Kondenswasser im Auspuff – wann ist das normal und wann nicht?

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 26. März 2026 18:56

Kondenswasser im Auspuff kann viele Autofahrer beunruhigen. Tatsächlich ist das Wasser, das beim Abgasprozess entsteht, in einem gewissen Rahmen normal. In diesem Artikel erfährst Du, wann es unbedenklich ist und wann Du dir Gedanken machen solltest.

Wie entsteht Kondenswasser im Auspuff?

Die Verbrennung von Kraftstoffen führt immer zur Bildung von Wasser. Dieser Prozess setzt Wasserdampf frei, der bei kühleren Temperaturen zu Kondenswasser wird. Besonders bei kaltem Wetter oder bei einem kalten Motor kann sich dieses Wasser im Auspuff ansammeln. Es ist also ein übliches Phänomen, das auftritt, wenn der Motor warm läuft und die Abgase durch den Auspuff entweichen.

Wann ist Kondenswasser im Auspuff normal?

In der Regel ist Kondenswasser während der ersten Betriebsstunden nach dem Start normal. Wenn Du bei kaltem Wetter oder nach einer längeren Standzeit deines Fahrzeugs den Motor startest, wird oft Wasser im Auspuff sichtbar. Die Abgasreinigungssysteme und Katalysatoren tragen dazu bei, dass das Wasser wieder verdampft, sobald der Motor auf Betriebstemperatur ist.

Wann ist Kondenswasser ein Warnsignal?

Trotz der häufigen Unbedenklichkeit gibt es auch Szenarien, in denen Kondenswasser ein Zeichen für schwerwiegendere Probleme sein kann:

  • Rauchentwicklung: Wenn der Auspuff deutlich weißen Rauch ausstößt, kann dies auf ein Leck im Kühlsystem hindeuten.
  • Feuchtigkeitsansammlungen: Rückstände im Auspuff, die nicht verschwinden, könnten auf ein undichtes Zylinderkopfdichtung hinweisen.
  • Geruchsentwicklung: Wenn der Auspuff abnormal riecht, kann das auf eine falsche Verbrennung hindeuten.

Diagnose und Handlungszwang

Solltest Du bemerken, dass das Kondenswasser übermäßig ist oder mit anderen Symptomen einhergeht, könntest Du folgende Schritte unternehmen:

Anleitung
1Überprüfe den Motorölstand. Ein niedriger Ölstand könnte auf Undichtigkeiten hinweisen.
2Lass Deinen Auspuff und die Abgasanlage überprüfen, um eventuelle Lecks zu identifizieren.
3Beobachte das Verhalten bei verschiedenen Wetterbedingungen, um einen Zusammenhang mit Temperaturänderungen festzustellen.

  1. Überprüfe den Motorölstand. Ein niedriger Ölstand könnte auf Undichtigkeiten hinweisen.
  2. Lass Deinen Auspuff und die Abgasanlage überprüfen, um eventuelle Lecks zu identifizieren.
  3. Beobachte das Verhalten bei verschiedenen Wetterbedingungen, um einen Zusammenhang mit Temperaturänderungen festzustellen.

Praxisbeispiele

Um das Thema greifbarer zu machen, betrachten wir drei häufige Situationen:

  1. Praxisbeispiel 1: Ein Fahrer startet seinen Wagen an einem kalten Wintermorgen und bemerkt, dass Wasser aus dem Auspuff tropft. Nach einigen Minuten Motorlauf verschwindet das Wasser. Hier ist das Kondenswasser unbedenklich.
  2. Praxisbeispiel 2: Ein Fahrzeug hat nach einer längeren Fahrt weiße Abgase und die Temperaturanzeige steigt an. Hier könnte ein Problem mit der Zylinderkopfdichtung vorliegen.
  3. Praxisbeispiel 3: Ein Autofahrer bemerkt, dass nach Regenfällen konstant Wasser im Auspuff auftaucht. Dies könnte auf eine Beschädigung der Abgasanlage hinweisen.

Typische Beobachtungen im Alltag und was sie bedeuten

Im Alltag treten rund um den Auspuff immer wieder ähnliche Situationen auf, die sich mit etwas Hintergrundwissen gut einordnen lassen. Viele Fahrer erschrecken sich zunächst, wenn sich die Optik oder das Verhalten der Abgasanlage ändert, dabei steckt häufig nur ein harmloser Effekt dahinter. Entscheidend ist, ob sich das Verhalten deines Fahrzeugs mit der Zeit verändert oder ob sich ein Muster ergibt, das auf einen Defekt hindeutet.

Bei Kurzstrecken, etwa im Stadtverkehr oder bei täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz über wenige Kilometer, bleibt der Auspuff oft relativ kalt. Die Folge ist, dass Feuchtigkeit länger im Endschalldämpfer steht und sich bei der nächsten Fahrt als Wasseransammlung zeigt. Tropfen am Endrohr nach dem Abstellen des Motors gelten in dieser Situation als normale Folge des Fahrprofils. Anders sieht es aus, wenn das Fahrzeug auch nach längerer Autobahnfahrt noch deutlich hörbar gluckert oder große Wassermengen aus der Abgasanlage laufen.

Viele Fahrer achten eher auf Rauchfahnen als auf Feuchtigkeit. Weißlicher Dampf unmittelbar nach dem Motorstart, der sich im Fahrtwind rasch auflöst, gehört bei niedrigen Außentemperaturen zu einem normalen Bild. Bleibt dieser weiße Schleier jedoch dauerhaft bestehen, ist süßlicher Geruch wahrnehmbar oder bilden sich regelrechte Wolken selbst bei warmem Motor, spricht das deutlich gegen einen harmlosen Effekt. Spätestens dann sollte eine Werkstatt prüfen, ob Kühlmittel in den Verbrennungsraum gelangt.

Auch Fahrtenprofil und Jahreszeit spielen eine Rolle. Im Herbst und Winter sammelt sich von Natur aus mehr Niederschlag im Auspuff, weil das Fahrzeug öfter im Regen steht und die Temperaturunterschiede größer ausfallen. Dazu kommt die höhere Luftfeuchtigkeit, die sich im Inneren der Anlage niederschlägt. Im Sommer trocknen längere Fahrten die Anlage meist schneller, weshalb Feuchtigkeit am Endrohr in dieser Jahreszeit eher auf Kurzstreckenbetrieb oder Störungen hindeutet, während sie im Winter gewissermaßen Alltag ist.

Ein weiterer Indikator ist das Geräuschverhalten. Ein leises Zischen oder leichtes Tropfen nach dem Abstellen ist unkritisch, solange der Motor rund läuft und keine Fehlermeldungen im Cockpit erscheinen. Polternde, blecherne Geräusche, ein deutlich veränderter Klang des Auspuffs oder Vibrationen an der Karosserie weisen dagegen eher auf Korrosionsschäden, lose Halter oder undichte Verbindungen hin, die über kurz oder lang auch das Innenleben des Schalldämpfers betreffen und letztlich den Abtransport der Feuchtigkeit beeinflussen.

Unterschiede zwischen Benziner, Diesel und Fahrzeugen mit Gas- oder Hybridantrieb

Die Art des Motors und des verwendeten Kraftstoffs wirkt sich deutlich auf die Art und Menge der entstehenden Feuchtigkeit in der Abgasanlage aus. Wer die typischen Eigenschaften seines Antriebs kennt, kann Auffälligkeiten schneller erkennen und Fehlinterpretationen vermeiden. Nicht jedes Fahrzeug reagiert gleich, selbst wenn äußerlich die gleichen Phänomene am Endrohr auftreten.

Bei klassischen Benzinmotoren ist Feuchtigkeit am Endrohr besonders häufig zu sehen. Benzin verbrennt mit hohem Wasseranteil in den Abgasen, sodass bei kalter Anlage gerne Wassertröpfchen entstehen. Der Katalysator erreicht relativ schnell eine hohe Temperatur, wodurch das System an sich gut trocknet. Trotzdem kann der Endschalldämpfer bei vielen Kurzstrecken so kühl bleiben, dass sich dort über längere Zeit Kondensat ansammelt. Ein gesund arbeitender Benziner zeigt am Ende meist ein klares, geruchsarmes Wasser, das vor allem in der Aufwärmphase austritt.

Dieselmotoren verhalten sich etwas anders. Sie entwickeln in der Abgasanlage oft niedrigere Temperaturen, insbesondere bei ruhiger Fahrweise mit geringer Last. In vielen modernen Fahrzeugen sind zusätzlich Partikelfilter mit Regenerationszyklen verbaut. Bei der Regeneration steigt die Temperatur enorm, was die Anlage zeitweise sehr gut trocknet. Bei Fahrten mit häufigen Kaltstarts und ohne ausreichend lange Strecken kann sich dennoch Kondensat im Endtopf oder im Bereich des Filters halten. Bei Dieselantrieben ist Feuchtigkeit im Auspuff seltener sichtbar, weshalb auffällige Tropfspuren in Kombination mit auffälligem Rauch oder Leistungsverlust stärker gewichtet werden sollten.

Fahrzeuge mit Gasantrieb (LPG oder CNG) produzieren im Verhältnis viel Wasser, weil der chemische Aufbau der Gase einen hohen Wasserstoffanteil mitbringt. Das führt dazu, dass sich bei kalten Abgasanlagen teils deutlich Feuchtigkeit zeigt. Da viele dieser Motoren jedoch mit vergleichsweise sauberer Verbrennung arbeiten, fällt das austretende Wasser oft besonders klar aus. Trotzdem gelten die gleichen Warnsignale wie bei Benzinern: Verfärbungen, auffälliger Geruch oder dauerhaft sichtbarer Dampf sollte nicht ignoriert werden.

Hybridfahrzeuge bringen eine Besonderheit mit: Der Verbrennungsmotor schaltet sich abhängig von Last und Ladezustand der Batterie häufiger ein und aus. Dadurch erreicht die Abgasanlage manchmal nur für kurze Zeit ihre Betriebstemperatur und kühlt dann wieder ab. Dieser ständige Temperaturwechsel begünstigt Feuchtigkeitsbildung im Schalldämpfer. Besonders im Stadtverkehr können sich im Endtopf Wassermengen ansammeln, die sich bei Gelegenheit schlagartig entleeren. Besitzer von Hybridfahrzeugen sollten daher regelmäßige längere Fahrten mit einigermaßen konstanter Geschwindigkeit einplanen, damit die Abgasanlage gelegentlich vollständig durchtrocknen kann.

Auch bei älteren Fahrzeugen ist der Aufbau der Abgasanlage entscheidend. Mehrwandige Schalldämpfer und zusätzliche Resonanzkammern können Wasser länger halten, während einfache Anlagen schneller austrocknen, aber dafür stärker rosten. Wer ein betagtes Auto mit schon angegriffener Abgasanlage fährt, sollte wachsam sein, wenn Feuchtigkeit plötzlich verschwindet, der Auspuffklang aber lauter wird. In solchen Fällen kann ein Rostloch dafür sorgen, dass Wasser an einer verborgenen Stelle austritt und nicht mehr am Endrohr zu sehen ist.

Präventive Maßnahmen, um Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden

Feuchtigkeit in der Abgasanlage lässt sich nicht vollständig verhindern, doch mit einigen Gewohnheiten und gezielten Maßnahmen reduzierst du Korrosionsrisiken und verlängerst die Lebensdauer von Schalldämpfer, Rohren und Katalysator. Viele dieser Schritte lassen sich ohne großen Aufwand in den Fahralltag integrieren und machen sich langfristig durch weniger Reparaturen bezahlt.

Besonders wichtig ist ein ausgewogenes Fahrprofil. Wer fast ausschließlich sehr kurze Strecken fährt, gibt der Abgasanlage kaum Gelegenheit, vollständig auf Temperatur zu kommen und angesammeltes Wasser zu verdampfen. Plane daher, wenn möglich, regelmäßig Fahrten von mindestens 20 bis 30 Minuten ein, bei denen Motor und Auspuff in einen stabilen Betriebszustand gelangen. Eine solche Tour pro Woche reicht bei vielen Fahrzeugen bereits aus, um erhebliche Feuchtigkeitsmengen zu beseitigen, die sich sonst im Endtopf sammeln würden.

Parkgewohnheiten spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Fahrzeug, das dauerhaft auf feuchtem Untergrund, im nassen Gras oder unter Bäumen mit viel Niederschlag steht, ist im Unterbodenbereich generell stärker belastet. Wenn eine Garage oder ein Carport zur Verfügung steht, lohnt sich deren Nutzung, da ein trockenes Standklima Korrosionsprozesse verlangsamt. Auch ein Stellplatz mit gutem Wasserablauf und ohne dauerhafte Pfützen hilft, die Abgasanlage länger in gutem Zustand zu halten.

Regelmäßige Sichtkontrollen sind sinnvoll, auch wenn der Auspuff meist unauffällig unter dem Fahrzeug verläuft. Ein Blick unter das Auto nach Regen, Schnee und Streusalzphasen zeigt, ob sich außergewöhnliche Rostnester, nasse Stellen an untypischen Bereichen oder abblätternde Beschichtungen bilden. Bei solchen Beobachtungen ist ein frühes Eingreifen oft günstiger als der spätere Kompletttausch der Abgasanlage. Werkstätten können mit einfachen Mitteln prüfen, ob Rohre, Schalldämpfer und Verbindungsstellen noch dicht sind.

Viele Abgasanlagen besitzen kleine Entwässerungsbohrungen, über die sich überschüssige Flüssigkeit aus dem Endschalldämpfer lösen kann. Werden diese Öffnungen durch Schmutz, Unterbodenschutz oder Korrosionsprodukte verstopft, verbleibt Wasser im Inneren und verstärkt den Rostbefall. Eine fachkundige Reinigung oder Kontrolle dieser Bereiche im Rahmen eines Werkstattbesuchs oder der Inspektion trägt dazu bei, die Feuchtigkeitsbelastung zu senken. Eigenversuche mit Bohrern oder spitzen Werkzeugen sind dagegen riskant, weil sie die Struktur des Topfs schwächen können.

In Regionen mit starkem Winterdienst ist die Kombination aus Feuchtigkeit und Streusalz besonders aggressiv. Wer sein Fahrzeug häufig auf gesalzten Straßen bewegt, sollte auf eine gelegentliche Unterbodenwäsche achten, die auch die Abgasanlage erreicht. Wichtig ist, dass nach einer solchen Wäsche ausreichend Zeit zum Trocknen bleibt, am besten durch eine längere Fahrt anschließend. So verhinderst du, dass Salzlösung in schwer zugänglichen Bereichen stehen bleibt und dort unbemerkt weiter arbeitet.

Auch der technische Zustand des Motors beeinflusst die Feuchtigkeitslage im Auspuff. Unsaubere Verbrennung durch verschlissene Zündkerzen, defekte Einspritzdüsen, verschmutzte Luftfilter oder veraltetes Motoröl führt zu vermehrten Rückständen in der Abgasanlage. Diese Ablagerungen können Feuchtigkeit binden und so Korrosion beschleunigen. Ein regelmäßiger Service nach Herstellervorgabe, inklusive aller vorgesehenen Wechselteile, trägt deshalb direkt dazu bei, dass Wasser im Auspuffsystem weniger Schaden anrichtet.

Wann selbst beobachten, wann sofort zur Werkstatt?

Nicht jede Pfütze unterm Endrohr verlangt nach einem schnellen Werkstatttermin, doch bestimmte Anzeichen sollten ohne Verzögerung professionell abgeklärt werden. Eine sinnvolle Einteilung in harmlose Erscheinungen und kritische Warnsignale hilft, unnötige Sorgen zu vermeiden und gleichzeitig ernste Probleme nicht zu spät zu erkennen. Gerade beim Zusammenspiel aus Feuchtigkeit, Temperatur und Abgasen entscheidet oft die Kombination mehrerer Symptome darüber, wie dringend gehandelt werden muss.

Unbedenkliche Erscheinungen lassen sich meist klar zuordnen. Dazu gehören:

  • klare Wassertropfen am Endrohr nach dem Kaltstart, vor allem bei kühler Witterung
  • leichter, weißlicher Dampf in der Aufwärmphase, der nach kurzer Fahrtstrecke verschwindet
  • mäßige Tropfenbildung nach längerer Standzeit im Freien, wenn es vorher geregnet hat
  • ein sporadisches Gluckern im Endtopf direkt nach dem Start, das nach Erwärmung nicht mehr hörbar ist

In diesen Fällen genügt es oft, das Verhalten über einige Tage zu beobachten und darauf zu achten, ob sich Muster verändern. Sobald allerdings zusätzliche Auffälligkeiten auftreten, steigt die Dringlichkeit deutlich. Kritisch sind insbesondere Situationen, in denen Feuchtigkeit zusammen mit Leistungsabfall oder ungewöhnlichen Geräuschen auftritt. Dazu zählen:

  • dauerhaft dichter, weißer Dampf selbst bei warmem Motor und milder Außentemperatur
  • Milchschlieren oder Schlammspuren am Öleinfülldeckel oder unter dem Öldeckel
  • Kühlmittelverlust ohne sichtbare Undichtigkeiten im Motorraum
  • bläulicher Rauch zusammen mit hohem Motorölverbrauch
  • deutlich verstärkter, dumpfer Auspuffklang oder metallisches Scheppern aus dem Bereich der Abgasanlage
  • starker Geruch nach unverbranntem Kraftstoff oder anderen ungewöhnlichen Gerüchen im Abgasstrom

Bei diesen Anzeichen ist ein Werkstattbesuch dringend angeraten, da sie auf Schäden am Kühlsystem, an Kolbenringen, am Turbolader oder an der Abgasanlage selbst hindeuten können. Je früher solche Probleme erkannt werden, desto eher lassen sich teure Folgeschäden vermeiden

Häufige Fragen zu Wasser im Auspuff

Ab wann ist Wasser aus dem Auspuff wirklich zu viel?

Solange sich lediglich wenige Tropfen oder ein kleiner Rinnsal beim Kaltstart zeigen, ist das in der Regel unkritisch. Wenn allerdings dauerhaft eine Pfütze unter dem Endrohr entsteht oder der Auspuff beim Gasgeben fast wie ein Wasserhahn wirkt, sollte die Ursache geprüft werden.

Ist weißer Rauch mit Wassertröpfchen immer ein Motorschaden?

Eine leicht weiße Fahne in Verbindung mit Kondenswasser beim Start kalter Motoren ist bei kühlen Außentemperaturen normal. Bleibt die weiße Wolke auch bei warmem Motor bestehen, riecht süßlich und der Kühlmittelstand sinkt, besteht Verdacht auf einen Schaden an der Zylinderkopfdichtung oder am Kühlsystem.

Kann nur Kurzstrecke zu mehr Feuchtigkeit im Auspuff führen?

Häufige Kurzstreckenfahrten verhindern, dass Abgasanlage und Motoröl richtig warm werden, sodass Wasser im Auspuff schlechter verdampft. Das führt dazu, dass sich mehr Feuchtigkeit im System ansammelt und die Anlage innen stärker korrodieren kann.

Wie unterscheide ich Wasser aus dem Auspuff von Öl oder Kraftstoff?

Reines Kondenswasser ist klar, geruchlos und verdunstet, ohne einen Film zu hinterlassen. Öl oder unverbrannter Kraftstoff hinterlassen dagegen schmierige, dunkle Spuren und riechen deutlich, was immer ein Hinweis auf ein technisches Problem ist.

Kann Kondenswasser im Auspuff den Motor beschädigen?

Das Wasser selbst schadet dem Motor in der Regel nicht, da es sich überwiegend im Abgassystem sammelt. Problematisch wird es eher für Schalldämpfer und Rohre, die von innen rosten können, was mit der Zeit zu Undichtigkeiten oder Lochfraß führt.

Was lässt sich gegen übermäßige Feuchtigkeit in der Abgasanlage tun?

Längere Fahrten mit betriebswarmem Motor helfen, angesammeltes Wasser zu verdampfen und aus der Anlage zu treiben. Zusätzlich sollten verdächtige Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Geräusche oder sichtbare Roststellen an der Auspuffanlage zeitnah in einer Werkstatt kontrolliert werden.

Ist bei Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik mehr Kondenswasser zu erwarten?

Durch häufiges An- und Ausschalten des Motors kann die Aufwärmphase länger dauern, was die Bildung von Wassertröpfchen im Auspuff begünstigt. Wer viel Stadtverkehr fährt, sollte seinem Auto hin und wieder eine längere Überlandfahrt gönnen, damit Auspuff und Motor richtig warm werden.

Verhält sich ein Benziner beim Thema Wasser im Auspuff anders als ein Diesel?

Bei Benzinmotoren ist im Kaltlauf oft mehr sichtbarer Wasserdampf zu beobachten, weil die Abgase etwas heißer sind und mehr Wasserdampf enthalten. Dieselmotoren zeigen häufig weniger sichtbare Fahnen, allerdings können sie ebenfalls Feuchtigkeit im Schalldämpfer ansammeln und dadurch rostanfälliger sein.

Kann ein verstopfter Auspuff etwas mit Wasseransammlungen zu tun haben?

Starke Rostschäden oder Ablagerungen können den Ablauf von Wasser behindern und dafür sorgen, dass sich mehr Feuchtigkeit in bestimmten Bereichen staut. In der Folge kann der Abgasgegendruck steigen, was sich durch Leistungsverlust, veränderten Klang oder Warnmeldungen bemerkbar machen kann.

Spielt die Jahreszeit beim Auftreten von Kondenswasser eine Rolle?

In den kälteren Monaten und bei hoher Luftfeuchtigkeit entsteht naturgemäß mehr Wasserdampf, der im Auspuff kondensieren kann. Im Sommer fällt das oft weniger auf, weil die Abgasanlage schneller aufheizt und das Wasser leichter verdampft.

Fazit

Ein gewisses Maß an Wasser im Auspuff gehört zum normalen Betrieb eines Verbrennungsmotors und ist kein Grund zur Sorge. Entscheidend sind Menge, Dauer und Begleiterscheinungen wie auffällige Rauchentwicklung, Geruch oder sinkender Kühlmittelstand. Wer solche Auffälligkeiten wahrnimmt, sollte sie ernst nehmen und zeitnah eine Fachwerkstatt hinzuziehen. So bleibt das Fahrzeug zuverlässig, und teure Folgeschäden lassen sich oft vermeiden.


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Viele Auto-Probleme treten nicht zufällig auf, sondern zeigen sich nur in bestimmten Situationen. Häufig erscheinen Symptome beim Kaltstart, nach längerer Fahrt, bei Nässe oder nach dem Tanken. Auch Temperatur und Standzeit können eine Rolle spielen.
Oft ist ein Verhalten zunächst nur gelegentlich spürbar und wirkt harmlos. Werden die Anzeichen jedoch häufiger, intensiver oder treten in mehr Fahrsituationen auf, deutet das meist auf eine zugrunde liegende Ursache hin. Deshalb lohnt es sich, genau darauf zu achten, wann ein Problem auftritt – beim Start, während der Fahrt oder im Stand. Diese Einordnung hilft, Risiken besser einzuschätzen und zu entscheiden, ob Beobachten ausreicht oder eine Überprüfung sinnvoll ist.

1 Kommentar zu „Kondenswasser im Auspuff – wann ist das normal und wann nicht?“

  1. Das ist genau die Art Beitrag, die man beim Umsetzen gern offen daneben liegen hat.
    Man bekommt ein gutes Gefühl dafür, worauf es bei Auspuff wirklich ankommt.
    Wenn man Auspuff angeht, lohnt es sich, die Zwischenschritte nicht zu überspringen.

    Falls Abgasanlag im Spiel ist, kann es helfen, vorher zu prüfen, ob die Bedingungen überhaupt passen.
    Was ist bei dir der Punkt, bei dem du dir am unsichersten bist: Vorbereitung, Ausführung oder Finish?
    Welche kleine Sache hat dir überraschend viel Ärger erspart?
    Wenn du Lust hast: Welche Variante hast du gewählt – und würdest du es wieder so machen?
    Wenn du willst, schreib kurz, wie weit du schon bist – dann kann man leichter einschätzen, welche Stelle als Nächstes wichtig ist.

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