Reifen geben unerwartet laute Geräusche von sich – Hintergründe und Lösungen

Lesedauer: 12 Min
Aktualisiert: 28. März 2026 17:39

Plötzlich laute Rollgeräusche von den Reifen können ein besorgniserregendes Problem darstellen. Diese Geräusche können auf verschiedene Ursachen hindeuten und sollten nicht ignoriert werden. Ob es sich um das Profil, den Reifendruck oder sogar um technische Mängel handelt, ist entscheidend für die Sicherheit Ihrer Fahrt.

Ursachen für laute Rollgeräusche

Die laut verursachenden Geräusche können vielfach erklärt werden. Eine häufige Ursache sind defekte Reifen. Wenn das Reifenprofil abgefahren ist, können sich die Fahrgeräusche erhöhen, da die Luftzirkulation nicht optimal verläuft. Auch unregelmäßige Abnutzung durch falsche Auswuchtung oder mangelhafte Achsgeometrie führt zu erhöhten Geräuschen.

Ein weiteres Szenario ist der Reifendruck. Zu niedriger Druck kann dazu führen, dass die Reifen auf der Straße aufsetzen, was ebenfalls zu lauten Geräuschen führt. Anders herum, bei zu hohem Druck, verlieren die Reifen die Flexibilität, was sich ebenfalls akustisch bemerkbar macht.

Diagnose und nächste Schritte

Um die Ursache der lauten Rollgeräusche zu bestimmen, ist eine systematische Diagnose hilfreich. Prüfen Sie zunächst den Reifendruck. Ideal wäre es, dies bei kalten Reifen zu machen, um die genauesten Werte zu erhalten. Ist der Druck zu niedrig, pumpen Sie die Reifen auf den empfohlenen Wert auf.

Zusätzlich sollten Sie die Reifen auf sichtbare Beschädigungen und das Profil untersuchen. Achten Sie auf ungleiche Abnutzung oder Fremdkörper im Reifen. Wird das Profil als unzureichend erkannt (unter 1,6 mm), sollten die Reifen zeitnah ersetzt werden.

Praktische Beispiele für laute Rollgeräusche

  1. Praxisbeispiel 1: Ein Fahrzeug besaß einen Reifendruck von 1,8 bar statt der vorgeschriebenen 2,2 bar, was zu erhöhten Rollgeräuschen führte. Nach Druckanpassung waren die Geräusche deutlich leiser.
  2. Praxisbeispiel 2: Ein Kunde bemerkte, dass die Lautstärke beim Abbiegen anstieg. Eine Wuchtung des Reifens führte zur Beseitigung der Störgeräusche.
  3. Praxisbeispiel 3: Im Falle eines stark abgefahrenen Profils war der Reifen so beschädigt, dass ein Austausch notwendig war, was die Geräuschentwicklung sofort reduzierte.

Typische Missverständnisse

Oft glauben Autofahrer, dass laute Geräusche nicht auf technische Probleme hindeuten, sondern lediglich durch Außeneinflüsse wie die Straßenbeschaffenheit verursacht werden. Das ist jedoch nicht immer korrekt. Auch wenn die Straßenverhältnisse wechselhaft sind, sollte jeder Fahrer auf die Elastizität und den Zustand der Reifen achten.

Anleitung
1Praxisbeispiel 1: Ein Fahrzeug besaß einen Reifendruck von 1,8 bar statt der vorgeschriebenen 2,2 bar, was zu erhöhten Rollgeräuschen führte. Nach Druckanpassung waren di….
2Praxisbeispiel 2: Ein Kunde bemerkte, dass die Lautstärke beim Abbiegen anstieg. Eine Wuchtung des Reifens führte zur Beseitigung der Störgeräusche.
3Praxisbeispiel 3: Im Falle eines stark abgefahrenen Profils war der Reifen so beschädigt, dass ein Austausch notwendig war, was die Geräuschentwicklung sofort reduzierte.

Zusätzliche Aspekte zur Geräuschentwicklung

Ein verstopfter Luftfilter kann die Geräuschkulisse während des Fahrens teilweise verändern, ist jedoch meist nicht direkt für Rollgeräusche verantwortlich. Um sicherzustellen, dass das Geräusch von den Reifen und nicht von anderen Fahrzeugteilen kommt, sollte eine gründliche Inspektion aller Komponenten in Betracht gezogen werden.

Ein weiterer Punkt sind die Felgen. Beschädigte oder verbogene Felgen können ebenfalls Geräusche erzeugen, die leicht mit den Geräuschen der Reifen verwechselt werden können. Prüfen Sie diese nach starken Aufprällen oder Bordsteinkontakten.

Einfluss von Fahrzeugbeladung und Fahrstil auf Rollgeräusche

Die Lautstärke der Abrollgeräusche verändert sich deutlich, wenn das Fahrzeug anders genutzt wird als üblich. Eine volle Urlaubsbeladung, häufige Fahrten mit Anhänger oder oft wechselnde Zuladung im Kofferraum führen zu anderen Lastverteilungen auf den Reifen. Dadurch verformen sich die Gummimischung und die Karkasse anders, was zu einem veränderten Abrollgeräusch führt. Wer überwiegend alleine unterwegs ist und plötzlich mit vier Personen und Gepäck fährt, bemerkt häufig ein dröhnenderes Klangbild besonders auf schlechter Fahrbahn oder bei höheren Geschwindigkeiten.

Auch der Fahrstil entscheidet über das Klangniveau. Starkes Beschleunigen, harte Bremsmanöver und schnelles Kurvenfahren beanspruchen die Lauffläche deutlich stärker. Es entstehen ausgeprägtere Abriebbilder, die später als heulender oder wummernder Ton auffallen, selbst wenn wieder ruhiger gefahren wird. Sanfteres Lenken und früheres Zurücknehmen des Gases reduzieren Vibrationen im Reifen, wodurch die Geräuschentwicklung spürbar sinkt. Besonders bei Langstrecken macht sich ein leicht veränderter Fahrstil in Form von weniger Dröhnen und einem ruhigeren Lauf bemerkbar.

Wer mit schwerer Beladung unterwegs ist, sollte den vom Hersteller angegebenen höheren Reifenfülldruck für diese Beladung nutzen. Ein zu niedriger Luftdruck bei hoher Last führt zu deutlich stärkeren Verformungen des Reifens pro Radumdrehung und kann ein dumpfes Wummern verursachen. Gleichzeitig steigt der Verschleiß an den Schultern, was später auch bei normaler Beladung als permanenter Geräuschpegel wahrnehmbar bleibt. Es lohnt sich daher, den Luftdruck vor längeren Fahrten mit voller Beladung anzupassen und nach der Reise wieder auf das Niveau für Normalbetrieb zurückzustellen.

  • Vor Urlaubsfahrten die Druckempfehlung für volle Beladung prüfen und anpassen.
  • Beim Ziehen eines Anhängers auf ruhige Lenkbewegungen und sanftes Beschleunigen achten.
  • Schwere Gegenstände im Fahrzeug möglichst weit vorne und tief verstauen, damit die Achslasten ausgewogen bleiben.
  • Regelmäßig überprüfen, ob sich das Fahrgeräusch nach längeren Hochlastphasen verändert hat.

Viele Autofahrende gewöhnen sich an leichte Geräuschzunahmen und nehmen sie erst wahr, wenn sie über mehrere Monate zusammenkommen. Wer bewusst darauf achtet, wie sich das Klangbild bei unterschiedlicher Beladung und unterschiedlichen Fahrweisen verändert, kann rechtzeitig gegensteuern, bevor ein dauerhafter Sägezahnausbildung oder ungleichmäßiger Abrieb entsteht.

Einfluss von Reifentyp, Gummimischung und Profildesign

Hersteller entwickeln Reifen mit sehr verschiedenen Zielrichtungen, etwa maximaler Laufleistung, besonders gutem Nassgrip, sportlicher Präzision oder niedrigen Geräuschemissionen. Diese Schwerpunkte beeinflussen die Art des Schalls, den die Lauffläche auf der Straße erzeugt. Weiche sportliche Mischungen haften hervorragend, erzeugen aber bei grobem Asphalt eher ein breites Rauschen und können mit zunehmendem Verschleiß lauter werden. Härtere Mischungen laufen häufig etwas knapper auf der Fahrbahn ab, wodurch die Profilblöcke klarer aufschlagen und ein schärferes Rollgeräusch erzeugen, das als aggressiver wahrgenommen werden kann.

Ein breiter Niederquerschnittsreifen mit sportlichem Profil wirkt optisch attraktiv, bringt jedoch oft deutlich mehr Abrollgeräusch in den Innenraum als ein schmalerer Tourenreifen. Die breite Aufstandsfläche erzeugt mehr Luftverdrängung, und das kantige Profildesign vieler Performance-Modelle neigt zu ausgeprägten Resonanzen, vor allem auf Betonfahrbahnen oder Flickenasphalt. Touring- oder Komfortreifen besitzen häufig versetzte Profilblöcke und unterschiedliche Blockgrößen, die gezielt konstruiert wurden, um Schallspitzen zu brechen und ein gleichmäßigeres Geräuschbild zu erzeugen.

Auch der Geschwindigkeitsindex wirkt sich auf die akustischen Eigenschaften aus. Reifen mit sehr hohem Geschwindigkeitsindex verfügen meist über steifere Flanken, die bei Unebenheiten weniger dämpfen. Der Reifen überträgt Vibrationen direkter an Fahrwerk und Karosserie, was insbesondere in der Stadt auf Kopfsteinpflaster, Kanaldeckeln oder Querfugen auffällt. Reisereifen mit eher komfortorientierter Abstimmung federn dieser Art von Körperschall stärker ab, erzeugen dafür unter Umständen etwas weichere Lenkreaktionen.

Selbst bei identischem Fahrzeug und gleicher Dimension kann der Wechsel auf eine andere Modellreihe oder einen anderen Hersteller die Geräuschcharakteristik spürbar verändern. Wer empfindlich auf laute Abrollgeräusche reagiert, sollte beim Kauf gezielt auf Angaben zum externen Rollgeräusch achten und Erfahrungsberichte für das betreffende Fahrzeugmodell heranziehen. Nicht immer ist der Reifen mit den niedrigsten dB-Werten auf dem Label im Innenraum auch am leisesten, da die Karosseriestruktur und der Fahrwerksaufbau die Schallübertragung entscheidend mitbestimmen.

Wechselwirkungen mit Fahrwerk, Karosserie und Innenraum

Reifen erzeugen Schwingungen, doch die tatsächliche Lautstärke im Innenraum entsteht erst durch die Übertragung über Fahrwerk, Karosserie und Verkleidungen. Eine weiche Gummilagerung von Querlenkern, Achsaufnahmen und Stabilisatoren wirkt wie ein Filter und nimmt dem Schall Energie, bevor er den Innenraum erreicht. Werden Lagergummis mit der Zeit hart oder rissig, können sie Schwingungen kaum noch dämpfen. Dann reichen schon leichte Unebenheiten, um dröhnende Geräusche im gesamten Fahrzeug zu erzeugen, die sich schnell den Reifen zuschreiben lassen, obwohl die eigentliche Ursache im verschlissenen Fahrwerk liegt.

Auch die Dämmung an Radkästen, Unterboden und im Bereich der Radhäuser spielt eine wichtige Rolle. Fehlende oder beschädigte Kunststoffeinsätze im Radhaus, gelöste Unterbodenverkleidungen oder ausgehärtete Dämmmatten lassen Rollgeräusche ungehindert in den Innenraum eindringen. Besonders bei älteren Fahrzeugen oder solchen, die oft auf Schotterwegen bewegt wurden, lohnt ein Blick hinter die Räder. Abgerissene Clips, deformierte Kunststoffschalen oder abgenutzte Dämmauflagen führen häufig dazu, dass Geräusche plötzlich viel präsenter wahrgenommen werden, obwohl sich am Reifen selbst nichts verändert hat.

Die Art der Karosserie beeinflusst das Klangempfinden zusätzlich. Ein Kombi mit großem Laderaum ohne Trennwand verhält sich akustisch völlig anders als eine Limousine mit geschlossenem Kofferraum. In offenen Karosseriestrukturen verteilen sich die Schallwellen freier, wodurch Resonanzen im Innenraum leichter entstehen. Dann genügt bereits ein leicht unregelmäßiges Abriebbild an der Hinterachse, um ein dumpfes Wummern im Fahrzeugheck zu erzeugen. Bei Limousinen ist dieses Geräusch oft schwächer ausgeprägt, weil der Kofferraum einen Teil der Vibrationen von der Fahrgastzelle entkoppelt.

Anzeichen für eine verstärkte Übertragung von Reifengeräuschen durch Fahrwerk und Karosserie sind:

  • Vibrationen im Lenkrad oder im Sitz, die sich mit der Geschwindigkeit verändern.
  • Knarrende oder polternde Geräusche an Achslagern, wenn zusätzlich Bodenwellen überfahren werden.
  • Deutlich erhöhte Geräuschpegel auf nasser Fahrbahn, obwohl Reifenprofil und Alter augenscheinlich in Ordnung sind.
  • Spürbare Unterschiede zwischen vorderem und hinterem Fahrgastraum, etwa lautes Dröhnen im Heckbereich.

Wer anhaltende Rollgeräusche bemerkt, sollte den Blick daher nicht ausschließlich auf die Reifen richten. Eine systematische Überprüfung der Lager, Dämpfer, Federn und Verkleidungen kann aufdecken, wo die Schallenergie ungehindert weitergeleitet wird. Bereits der Austausch weniger, aber zentraler Gummilager oder der Ersatz fehlender Clips in den Radhäusern führt häufig zu einer merklichen Beruhigung des Innenraums.

Vorgehensweise zur systematischen Geräuschsuche im Alltag

Eine strukturierte Herangehensweise hilft dabei, die Quelle ungewöhnlicher Fahrgeräusche einzugrenzen, bevor eine Werkstatt aufgesucht wird. Zunächst sollte die Umgebungssituation betrachtet werden: Tritt das Geräusch eher in der Stadt, auf der Landstraße oder auf der Autobahn auf? Verändert es sich bei Nässe oder auf bestimmten Belagsarten deutlich? Fahrerinnen und Fahrer können Teststrecken mit unterschiedlichem Untergrund nutzen, um das Phänomen gezielt zu provozieren und zu beobachten, in welchen Situationen die Lautstärke besonders ansteigt.

Anschließend lohnt sich eine kurze Probefahrt mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Bei niedrigem Tempo zwischen 30 und 50 km/h lassen sich rhythmische Geräusche und Unwuchten gut erkennen, während bei 80 bis 120 km/h eher Dröhnen und Heulton in den Vordergrund treten. Die Verwendung eines Mitfahrers, der sich auf ungewöhnliche Geräusche konzentriert, erleichtert die Zuordnung, ob das Geräusch eher aus dem vorderen oder hinteren Bereich stammt. In bestimmten Situationen hilft auch der Vergleich mit einer parallel verlaufenden Mauer oder Leitplanke, die den Schall reflektiert und deutlicher hörbar macht.

Eine einfache Checkliste erleichtert die Vorbereitung auf den Werkstatttermin:

  • Datum und Kilometerstand des ersten Auftretens notieren.
  • Typische Situationen festhalten, in denen das Geräusch am stärksten auftritt, etwa bei Regen, in langgezogenen Kurven oder beim leichten Bremsen.
  • Reifenwechsel, Reparaturen oder Fahrwerkseingriffe aus den letzten Monaten notieren.
  • Foto des Reifenprofils an allen vier Rädern machen, möglichst aus gleicher Perspektive.
  • Beobachten, ob sich das Geräusch beim Tausch von Vorder- und Hinterrädern verändert hat, sofern ein solcher Tausch bereits erfolgt ist.

Mit diesen Informationen kann die Werkstatt wesentlich zielgerichteter arbeiten. Der Unterschied zwischen einem tonalen Heulen, einem dumpfen Dröhnen und einem rhythmischen Klopfen ist für Fachleute ein wichtiger Hinweis, ob eher Reifen, Radlager, Antriebswellen oder Fahrwerkskomponenten betroffen sind. Wer seine Beobachtungen klar strukturiert weitergibt, spart oft Diagnosezeit und reduziert das Risiko, unnötige Teile zu tauschen.

Zwischenzeitlich lässt sich der Alltag mit störenden Abrollgeräuschen etwas erleichtern, indem der Innenraum auf andere Klangquellen abgestimmt wird. Ein moderater Einsatz der Audioanlage mit angepasster Lautstärke und sorgfältiger Klangeinstellung überdeckt monotone Rollgeräusche, ohne den Schallpegel auf ein ungesundes Niveau zu treiben. Dennoch ersetzt dies keine technische Lösung. Sobald sich Geräuschmuster deutlich verändern oder mit Vibrationen einhergehen, sollte immer eine qualifizierte Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass keine sicherheitsrelevanten Mängel überhört werden.

Häufige Fragen zu lauten Rollgeräuschen von Reifen

Ab wann gelten Rollgeräusche als unnormal laut?

Ungewöhnlich laut sind Rollgeräusche, wenn sie deutlich stärker sind als früher bei gleicher Geschwindigkeit und gleichem Fahrzeug. Werden die Geräusche bei bestimmten Geschwindigkeiten, beim Kurvenfahren oder Lastwechsel deutlich auffälliger, sollte zeitnah eine Kontrolle erfolgen.

Darf ich mit lauten Rollgeräuschen weiterfahren?

Kurzzeitig weiterzufahren ist meist möglich, allerdings kann ein versteckter Schaden an Reifen, Radlager oder Fahrwerk vorliegen. Je eher die Ursache gefunden wird, desto geringer ist das Risiko für Folgeschäden und sicherheitsrelevante Ausfälle.

Wie unterscheide ich Rollgeräusche von Radlager- oder Getriebegeräuschen?

Reifen verursachen eher gleichmäßige, mit der Fahrbahn wechselnde Geräusche, die sich oft mit dem Straßenbelag deutlich verändern. Ein defektes Radlager erzeugt häufig ein mahlendes oder dröhnendes Geräusch, das sich beim Einlenken verstärkt, während Getriebegeräusche eher beim Beschleunigen oder im Schubbetrieb auffallen.

Können neue Reifen lauter sein als die alten?

Ja, das kann auftreten, etwa wenn das Profil aggressiver ausgelegt ist, die Gummimischung härter ist oder die Reifendimension sich geändert hat. Oft gewöhnt sich das Gehör innerhalb einiger hundert Kilometer, bleibt der Geräuschpegel aber sehr hoch, sollte der Reifendruck und die Ausführung beim Fachbetrieb überprüft werden.

Spielt der Luftdruck bei lauten Rollgeräuschen eine Rolle?

Ein stark abweichender Luftdruck kann das Abrollverhalten verändern und zu ausgeprägtem Heulen oder Dröhnen führen. Zu niedriger Druck begünstigt zudem Sägezahnbildung, was dauerhaft erhöhte Geräusche und stärkeren Verschleiß zur Folge haben kann.

Wie oft sollten Reifen auf Sägezahn oder ungleichmäßigen Abrieb kontrolliert werden?

Eine Sicht- und Tastkontrolle der Lauffläche bietet sich mindestens zweimal im Jahr an, ideal beim saisonalen Reifenwechsel. Wer viel auf der Autobahn oder mit hoher Beladung fährt, sollte zusätzlich in kürzeren Abständen einen Blick auf Profilbild und Innen- sowie Außenkanten werfen.

Kann eine falsche Achsgeometrie laute Fahrgeräusche verursachen?

Eine verstellte Spur oder ein falscher Sturz führt häufig zu einseitigem oder welligem Abrieb, der die Abrollgeräusche deutlich verstärken kann. Nach Bodenwellen, Bordsteinberührungen oder Fahrwerksreparaturen lohnt sich daher oft eine professionelle Achsvermessung.

Welche Rolle spielt der Fahrbahnbelag bei der Geräuschentwicklung?

Grobe Asphaltdecken, Betonautobahnen oder verschlissene Oberflächen erzeugen spürbar mehr Lärm als feiner, neuer Asphalt. Werden die Geräusche nur auf bestimmten Strecken sehr laut und auf glatten Straßen leiser, kann der Belag der Hauptgrund sein.

Hilft ein Reifenwechsel immer gegen starke Abrollgeräusche?

Ein neuer Reifensatz kann die Geräuschkulisse deutlich verbessern, wenn das Problem von verschlissenen oder ungleichmäßig abgefahrenen Pneus stammt. Liegt die Ursache hingegen bei Radlagern, Fahrwerk oder Karosserieresonanzen, müssen diese Bauteile gezielt instand gesetzt werden.

Sind Winterreifen generell lauter als Sommerreifen?

Viele Winterreifen erzeugen durch ihr gröberes Profil und die weichere Mischung mehr Geräusche, vor allem auf trockener Fahrbahn. Moderne Modelle sind jedoch deutlich leiser geworden, sodass Auswahl, Dimension und Qualität eine wichtige Rolle spielen.

Können alte oder harte Gummimischungen den Geräuschpegel erhöhen?

Mit zunehmendem Alter härtet die Gummimischung aus, was die Dämpfungsfähigkeit verringert und das Abrollgeräusch verstärken kann. Reifen, die deutlich älter als sechs bis acht Jahre sind, sollten daher nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch wegen der Geräuschentwicklung kritisch beurteilt werden.

Fazit

Unerwartet laute Geräusche von den Rädern weisen häufig auf Abnutzung, Fehlstellungen oder technische Defekte hin und sollten nicht ignoriert werden. Wer systematisch prüft, auf welche Fahrsituationen die Geräusche reagieren, kann die Ursache meist eingrenzen und gezielt eine Werkstatt beauftragen. So bleibt das Fahrzeug sicher, die Nerven geschont und die Lebensdauer von Reifen und Fahrwerk wird spürbar verlängert.

Checkliste
  • Vor Urlaubsfahrten die Druckempfehlung für volle Beladung prüfen und anpassen.
  • Beim Ziehen eines Anhängers auf ruhige Lenkbewegungen und sanftes Beschleunigen achten.
  • Schwere Gegenstände im Fahrzeug möglichst weit vorne und tief verstauen, damit die Achslasten ausgewogen bleiben.
  • Regelmäßig überprüfen, ob sich das Fahrgeräusch nach längeren Hochlastphasen verändert hat.


Unser Profi-Team aus Praxis und Büro - wir stellen uns vor!

Christian Osterfeld
Christian Osterfeld
Kfz-Experte mit langjähriger Praxiserfahrung und Fokus auf verständliche Fahrzeughilfe.
Jens Mohrschatt
Jens Mohrschatt
Werkstattprofi mit Schwerpunkt Motor, Geräusche und typische Alltagsprobleme.
Matthias Altwein
Matthias Altwein
Techniknah, strukturiert und lösungsorientiert bei komplexen Fahrzeugfragen.
Oliver Stellmacher
Oliver Stellmacher
Erfahrung aus Wartung und Diagnose mit Blick auf praktikable Lösungen.

Viele Auto-Probleme treten nicht zufällig auf, sondern zeigen sich nur in bestimmten Situationen. Häufig erscheinen Symptome beim Kaltstart, nach längerer Fahrt, bei Nässe oder nach dem Tanken. Auch Temperatur und Standzeit können eine Rolle spielen.
Oft ist ein Verhalten zunächst nur gelegentlich spürbar und wirkt harmlos. Werden die Anzeichen jedoch häufiger, intensiver oder treten in mehr Fahrsituationen auf, deutet das meist auf eine zugrunde liegende Ursache hin. Deshalb lohnt es sich, genau darauf zu achten, wann ein Problem auftritt – beim Start, während der Fahrt oder im Stand. Diese Einordnung hilft, Risiken besser einzuschätzen und zu entscheiden, ob Beobachten ausreicht oder eine Überprüfung sinnvoll ist.

1 Kommentar zu „Reifen geben unerwartet laute Geräusche von sich – Hintergründe und Lösungen“

  1. Schön, dass du das Thema so praxisnah aufdröselst.
    Gut gelöst, dass auch die Material-/Werkzeugseite mitschwingt.
    Bei Reifen sind es häufig die kleinen Details, die später Ärger sparen oder verursachen.
    Je nach Ausgangslage kann Geräusch ein echter Knackpunkt sein, wenn man es zu früh oder zu spät angeht.

    Welche Stelle würdest du jemandem markieren, der das zum ersten Mal macht?
    Was hat bei dir am meisten gebracht: bessere Vorbereitung oder ein anderer Handgriff beim Finish?
    Wenn du magst, schreib kurz dazu, wie deine Ausgangslage war und welche Lösung am Ende wirklich funktioniert hat. Genau solche Praxisdetails helfen späteren Lesern am meisten.

    Falls du eine Stelle im Beitrag noch genauer brauchst, sag kurz welche – das ist oft schnell ergänzt.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar