Windgeräusche am Spiegel – was dahintersteckt

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 30. März 2026 21:01

Geräusche, die von den Seitenspiegeln Ihres Fahrzeugs ausgehen, können unterschiedliche Ursachen haben und zwar von harmlos bis hin zu echten Problemen. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Spiegel plötzlich Windgeräusche verursacht, sollten Sie die Gründe dafür immer ernst nehmen, um mögliche Schäden zu vermeiden.

Ursachen für Windgeräusche an den Seiten spiegeln

Die Triebfeder für Windgeräusche an den Spiegeln ist meist recht einfach, kann jedoch in verschiedenen Szenarien wurzeln. Im Folgenden werden einige der häufigsten Auslöser erläutert:

  • Verunreinigungen oder Beschädigungen: Manchmal können Schmutz, Insektenreste oder kleine Risse im Spiegelgehäuse dazu führen, dass Windgeräusche entstehen.
  • Fehlplatzierung: Wenn der Spiegel nicht richtig justiert ist, können kleine Windspalte entstehen, die bei höheren Geschwindigkeiten Geräusche erzeugen.
  • Alterung der Dichtungen: Die Dichtungen an den Spiegeln können mit der Zeit spröde werden und nicht mehr den gleichen Schallschutz bieten.

Diagnose und Schritte zur Behebung

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, sollten Sie zunächst einige Überprüfungen vornehmen:

  1. Visuelle Inspektion: Prüfen Sie den Spiegel auf sichtbare Risse oder Beschädigungen.
  2. Reinigung: Reinigen Sie den Spiegel und das Gehäuse gründlich, um sicherzustellen, dass Schmutz keine Rolle spielt.
  3. Justierung: Stellen Sie den Spiegel erneut ein, um zu sehen, ob dies die Geräusche mindert.

Was tun, wenn die Geräusche bleiben?

Sollten die Geräusche auch nach der Überprüfung und Justierung weiterhin bestehen, könnten Sie die folgenden Maßnahmen in Betracht ziehen:

  • Dichtungen ersetzen: Wenn die Dichtungen abgenützt sind, sollten sie ausgewechselt werden, um die Geräusche zu minimieren.
  • Spiegelgehäuse prüfen: Lassen Sie das Gehäuse auf Löcher oder Risse überprüfen, die eventuell von einem Fachmann repariert werden müssen.

Praxisbeispiele

Praxisbeispiel 1

Ein Fahrer bemerkte während einer Fahrt auf der Autobahn ein lautes Windgeräusch von seinem linken Außenspiegel. Nach einer schnellen Sichtprüfung entdeckte er, dass ein kleiner Spalt zwischen dem Spiegelgehäuse und dem Fahrzeug vorhanden war. Durch das Justieren des Spiegels konnte er das Geräusch schnell eliminieren.

Anleitung
1Visuelle Inspektion: Prüfen Sie den Spiegel auf sichtbare Risse oder Beschädigungen.
2Reinigung: Reinigen Sie den Spiegel und das Gehäuse gründlich, um sicherzustellen, dass Schmutz keine Rolle spielt.
3Justierung: Stellen Sie den Spiegel erneut ein, um zu sehen, ob dies die Geräusche mindert.

Praxisbeispiel 2

Eine Fahrerin stellte fest, dass ihre Dichtungen am Außenspiegel alt und rissig waren. Der Austausch dieser Dichtungen führte dazu, dass die Windgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten verschwanden.

Praxisbeispiel 3

Ein gestellter Fahrer musste den Spiegel an seinem Oldtimer restaurieren, um konstante Windgeräusche zu beseitigen. Nach einer gründlichen Reinigung und Neugestaltung des Gehäuses stellte er fest, dass die Geräusche gänzlich verschwunden waren.

Einfluss von Geschwindigkeit, Windrichtung und Fahrzeugform

Das Pfeifen oder Rauschen im Bereich der Außenspiegel hängt eng mit der gefahrenen Geschwindigkeit zusammen. Ab etwa 80 bis 100 km/h verändert sich die Strömung der Luft so stark, dass kleine Spalte und Kanten plötzlich deutlich hörbar werden. Je schneller das Auto fährt, desto höher wird der Druckunterschied zwischen der Stirnseite des Fahrzeugs und den seitlichen Bereichen, und dieser Effekt verstärkt jede kleine Undichtigkeit am Spiegelgehäuse oder an der Tür.

Auch die Windrichtung spielt eine größere Rolle, als viele vermuten. Weht der Wind schräg von vorn, trifft der Luftstrom anders auf Spiegel, A-Säule und Fensterrahmen, als wenn er exakt von vorn kommt. Dadurch entstehen lokal andere Strömungsverhältnisse, die nur bei bestimmten Fahrtrichtungen auffallen. Manche Fahrer bemerken das Geräusch fast ausschließlich auf Autobahnabschnitten, auf denen der Wind aus einer bestimmten Richtung anliegt, während auf dem Rückweg bei anderer Windlage kaum etwas zu hören ist.

Die Form des Fahrzeugs sowie die Konstruktion der Spiegel beeinflussen die Geräuschkulisse ebenfalls deutlich. Breite Außenspiegel mit integrierten Blinkern, Kameras oder Sensoren erzeugen oft komplexere Luftströme als einfache, schlanke Gehäuse. Aerodynamisch optimierte Karosserien mit schmaler A-Säule und versenkten Scheibenrahmen produzieren tendenziell weniger Strömungsgeräusche, reagieren dafür aber sensibler auf kleine Ungenauigkeiten wie leicht abstehende Dichtungen oder unsauber sitzende Abdeckkappen.

Wer das Verhalten besser verstehen möchte, kann testweise die Geschwindigkeit in kleinen Schritten verändern und dabei aufmerksam hinhören. Tritt das Rauschen abrupt ab einer bestimmten Geschwindigkeit auf und verschwindet beim Abbremsen wieder nahezu schlagartig, deutet das auf eine Strömungskante oder einen Spalt hin, der in genau diesem Geschwindigkeitsbereich in Resonanz gerät. Zusätzlich lohnt es sich, bei starkem Seitenwind oder nach Durchfahren von Windböen darauf zu achten, ob sich die akustische Wahrnehmung verändert.

Besonders auffällig wird das Phänomen nach Umbauten am Fahrzeug. Dachboxen, Fahrradträger, Zusatzspiegel oder Windabweiser an den Seitenscheiben verändern die umströmte Fläche. Dadurch verlagert sich der Punkt, an dem die Luft vom Fahrzeug abreißt oder Wirbel bildet, häufig direkt in den Bereich des Außenspiegels. Selbst wenn die zusätzliche Ausrüstung scheinbar weit entfernt montiert ist, kann sie die Luftführung so ändern, dass sich ein vorher ruhiger Bereich plötzlich als Geräuschquelle bemerkbar macht.

Typische Geschwindigkeitsbereiche und ihre Bedeutung

In der Praxis zeigen sich drei Geschwindigkeitszonen, die Hinweise auf die Ursache geben können.

  • 50–80 km/h: In diesem Bereich fallen eher dumpfe Rauschgeräusche auf. Sie stehen häufig im Zusammenhang mit undichten Türdichtungen, schlecht anliegenden Dreiecksfenstern oder leicht geöffneten Seitenscheiben. Die Außenspiegel selbst spielen hier oft eine untergeordnete Rolle, auch wenn sie die Strömung mit beeinflussen.
  • 80–130 km/h: In diesem Geschwindigkeitsfenster treten viele pfeifende oder sirrende Geräusche auf, die direkt vom Spiegel oder aus dem Bereich der Spiegeldreiecke stammen. Kleine Spalte, lose Zierleisten und Spiegelfüße reagieren hier besonders empfindlich auf den zunehmenden Luftdruck.
  • Über 130 km/h: Bei höheren Geschwindigkeiten mischen sich verschiedene Geräuschquellen. Reifengeräusche, Fahrwerk und Spiegelgeräusche überlagern sich. Hier zeigt sich, ob das Auto insgesamt gut gedämmt ist und ob die Spiegelkonstruktion aerodynamisch gelungen wurde.

Die genannten Bereiche dienen in erster Linie dazu, die Wahrnehmung zu schärfen. Wer bei sorgfältigen Testfahrten erkennt, bei welchen Geschwindigkeiten und Windrichtungen die Geräusche verstärkt auftreten, kann gezielt mit Werkstatt oder Karosseriebauer über mögliche Maßnahmen sprechen.

Besonderheiten bei modernen Assistenzsystemen im Spiegel

Neuere Fahrzeuge besitzen in den Außenspiegeln häufig zusätzliche Technik wie Kameraeinheiten, Totwinkelradar, Umfeldsensorik oder Puddle-Lights. Jede dieser Komponenten benötigt Öffnungen, Befestigungspunkte oder Kabelführungen. Dadurch entstehen innerhalb des Spiegelgehäuses weitere Kanten, Hohlräume und Übergänge, an denen sich Luft verwirbeln kann. Schon kleine Fertigungstoleranzen oder eine minimal verrutschte Dichtung reichen aus, um spürbare Geräusche hervorzurufen.

Ein typischer Punkt sind Kunststoffabdeckungen für Kameras oder Blinker, die durch Temperaturschwankungen oder leichte Anstöße ihre ursprüngliche Passform verlieren. Wenn diese Teile nicht mehr vollständig plan aufliegen, bildet sich ein sehr schmaler Luftkanal. Der Luftstrom kann hier ähnlich wie bei einer Pfeife Schwingungen anregen, die dann als Pfeifen oder Heulen im Innenraum hörbar werden. Solche Effekte treten häufig erst nach einigen Jahren Betrieb auf, wenn das Material etwas nachgegeben hat.

Auch Kabeldurchführungen und Gummitüllen im Inneren des Spiegels verdienen Aufmerksamkeit. Werden bei einer Reparatur oder beim Austausch des Spiegelglases diese Dichtungen nicht sauber wieder eingesetzt, bilden sich ungewollte Öffnungen. Sie verbinden den Innenraum des Spiegelgehäuses mit der äußeren Strömung. In diesem Resonanzraum können dann Luftschwingungen entstehen, die von dort über das Spiegelgelenk bis in die Türstruktur übertragen werden.

Darüber hinaus haben viele Spiegelgehäuse heute klappbare Mechanismen mit elektrischer Betätigung. Diese Mechanik sitzt in einem eigenen Gehäuse, das wiederum an die Tür angebunden ist. Spiel im Gelenk oder eine verzogene Aufnahme kann dazu führen, dass der Spiegel bei höherer Geschwindigkeit minimal vibriert. Das Geräusch wirkt dann oft wie ein Flattern oder Rasseln, das aus dem Bereich des Spiegelfußes oder der Türverkleidung zu kommen scheint.

Hinweise nach Arbeiten an der Spiegeltechnik

Nach folgenden Eingriffen lohnt sich eine besonders sorgfältige Kontrolle der Geräuschentwicklung:

  • Austausch des Spiegelglases, insbesondere bei beheizten oder automatisch abblendenden Gläsern.
  • Nachrüstung oder Reparatur von Totwinkelassistent, Umfeldkameras oder LED-Blinkern im Spiegel.
  • Montage von Kappen in anderer Farbe, beispielsweise bei optischen Individualisierungen.
  • Reparatur nach Anfahrschäden, auch wenn nur das Gehäuse sichtbar betroffen war.

Tritt nach solchen Arbeiten ein neues Rauschen oder Pfeifen auf, liegt die Ursache oft bei nicht sauber verrasteten Gehäuseteilen, verklemmten Dichtlippen oder unvollständig eingerasteten Kappen. Ein erneutes, sorgfältiges Zerlegen und Montieren durch eine Fachwerkstatt kann in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Einfluss von Zubehör, Tuning und Reparaturqualität

Neben dem Serienzubehör wirken sich nachträgliche Änderungen am Auto besonders stark auf Luftströmungen rund um die Außenspiegel aus. Dazu zählen sowohl funktionale Anbauten als auch optische Veränderungen. Gerade bei Fahrzeugen mit sportlichem Anspruch werden gerne Spiegelkappen, Anbauteile oder Spoiler in anderer Form verbaut, die nicht immer die strömungstechnischen Eigenschaften der Originalteile aufweisen.

Universelle Spiegelkappen oder Zierleisten, die nur mit Clips oder Klebepads befestigt werden, bilden teilweise kleine Überstände und Kanten. Für das Auge mögen diese Details unauffällig wirken, für die Luftströmung stellen sie jedoch einen markanten Übergang dar. In vielen Fällen entsteht das Geräusch erst oberhalb einer bestimmten Geschwindigkeit und wird im Innenraum deutlich stärker wahrgenommen als außen.

Billige Nachbauteile können ähnliche Effekte hervorrufen. Wenn Spaltmaße abweichen, Rastnasen nicht exakt in die Aufnahmen greifen oder das Material weniger formstabil ist, liegen die Bauteile nicht plan an. Unter Fahrtwind verformen sich solche Teile leicht und beginnen zu schwingen. Häufig macht sich das als leichtes Flattern oder Dröhnen bemerkbar, das gerade auf längeren Fahrten schnell stören kann.

Die Qualität einer Reparatur hat ebenfalls erheblichen Einfluss. Nach einem Unfall oder einer Lackierarbeit im Türbereich werden Spiegel und Türdichtungen oft demontiert. Werden sie später nicht exakt in ihre ursprüngliche Position gebracht oder sind Clips beschädigt, entstehen minimal andere Spalte. Für das geschulte Gehör wirkt es dann so, als ob das Fahrzeug nach der Reparatur weniger ruhig läuft, obwohl optisch alles in Ordnung erscheint.

Worauf beim Einsatz von Zubehör geachtet werden sollte

Um zusätzliche Geräuschquellen möglichst zu vermeiden, hilft ein strukturierter Blick auf geplante Änderungen.

  • Passgenaues Zubehör wählen: Originalteile oder hochwertiges, fahrzeugspezifisches Zubehör sitzen in der Regel besser und folgen den vorhandenen Konturen der Karosserie. Dadurch bleibt die Strömung weitgehend so, wie sie der Hersteller vorgesehen hat.
  • Montageanleitungen genau befolgen: Viele Zubehörteile benötigen eine klar definierte Position oder einen bestimmten Anpressdruck. Abweichungen um wenige Millimeter reichen aus, damit der Luftstrom an anderer Stelle abreißt.
  • Befestigungen regelmäßig prüfen: Nach den ersten längeren Autobahnfahrten lohnt ein kurzer Check, ob alle Clips fest sitzen, sich keine Kanten abheben und der Kleber seine Haftung behalten hat.
  • Zusammenhang mit neuen Geräuschen beobachten: Treten ungewöhnliche Geräusche zeitnah nach einer Änderung auf, sollte diese Änderung als erstes wieder rückgängig gemacht oder korrigiert werden, bevor weitere Fehlerquellen gesucht werden.

Umgang mit Garantie, Gewährleistung und Werkstattkommunikation

Geräusche im Bereich der Außenspiegel fallen häufig in einem Zeitraum auf, in dem sich das Fahrzeug noch in der Herstellergarantie oder in der gesetzlichen Gewährleistungsfrist befindet. Für Besitzer stellt sich dann die Frage, wie sie das Thema in der Werkstatt ansprechen und welche Ansprüche realistisch sind. Der Schlüssel liegt in einer möglichst präzisen Beschreibung der Situation und einer klaren Dokumentation.

Hilfreich ist es, die Rahmenbedingungen zu notieren, unter denen das Geräusch wahrgenommen wird. Dazu gehören Geschwindigkeit, Fahrbahnart, Windverhältnisse, Außentemperatur und Beladungszustand. Zusätzlich hilft die Information, ob das Phänomen erst nach einem Werkstattbesuch, nach einem Teiletausch oder nach einem Anbauteil auftrat. Je genauer der Ablauf geschildert wird, desto leichter kann die Werkstatt die Situation nachstellen und systematisch nach der Ursache suchen.

In vielen Markenbetrieben existieren technische Hinweise oder Serviceaktionen zu bekannten Geräuschthemen. Manchmal hat der Hersteller bereits geänderte Dichtungen, modifizierte Spiegelkappen oder zusätzliche Dämmteile entwickelt, die bei bestimmten Baujahren nachgerüstet werden. Werkstätten informieren jedoch nicht immer von sich aus über solche Möglichkeiten, wenn sie den Fehler nicht eindeutig einordnen können. Eine sachliche Nachfrage nach bekannten technischen Maßnahmen oder geänderten Teilen kann hier weiterhelfen.

Wichtig bleibt eine klare Trennung zwischen Geräuschen, die auf Fertigungstoleranzen oder Materialermüdung zurückgehen, und solchen, die durch nachträgliche Umbauten oder unsachgemäße Reparaturen entstanden sind. Während Erstere häufig vom Hersteller oder der Werkstatt im Rahmen von Garantie oder Kulanz behandelt werden, fallen Letztere eher in die Verantwortung des Besitzers oder des Betriebs, der die Änderung vorgenommen hat.

Praktische Tipps für das Gespräch mit der Werkstatt

  • Probefahrt mit Werkstattmitarbeiter: Eine gemeinsame Fahrt auf einer Strecke, auf der das Geräusch zuverlässig auftritt, beschleunigt die Diagnose erheblich. So erlebt die Werkstatt das Problem direkt und kann gezielter suchen.
  • Geräusch

Häufige Fragen zu Windgeräuschen am Außenspiegel

Ab welcher Geschwindigkeit treten störende Windgeräusche am Spiegel meist auf?

Viele Fahrer nehmen die Geräusche ab etwa 70 bis 90 km/h wahr, weil der Fahrtwind dann stärker an den Spiegelgehäusen vorbeiströmt. Bei höheren Geschwindigkeiten ab rund 120 km/h verstärken sich die Töne häufig deutlich, vor allem bei ungünstiger Spiegelstellung oder beschädigten Dichtungen.

Sind Windgeräusche am Spiegel ein Sicherheitsrisiko?

Die Geräusche an sich gefährden die Fahrsicherheit normalerweise nicht direkt, können aber die Konzentration mindern und andere wichtige Geräusche überdecken. Kritisch wird es, wenn ein loser Spiegel, brüchige Halterungen oder abgelöste Verkleidungsteile die Ursache sind, da sich dann Teile lösen und in den Verkehr geraten können.

Wann sollte ich wegen Windgeräuschen an den Außenspiegeln in die Werkstatt fahren?

Eine Werkstatt ist sinnvoll, wenn der Spiegel wackelt, sichtbare Beschädigungen am Gehäuse oder an Dichtungen vorhanden sind oder wenn die Geräusche plötzlich deutlich lauter geworden sind. Auch nach einem Parkrempler oder einem Schlag gegen den Spiegel sollte der Zustand geprüft werden, selbst wenn von außen kaum etwas zu sehen ist.

Können Windabweiser oder Spiegelkappen die Geräusche verringern?

Passgenaue Abweiser und aerodynamisch gestaltete Kappen können den Luftstrom günstiger leiten und dadurch Pfeifen oder Heulen reduzieren. Wichtig ist, nur hochwertige Teile zu montieren, die exakt zum Fahrzeugmodell passen, weil schlecht sitzende Zubehörteile zusätzliche Geräuschquellen schaffen können.

Wie unterscheiden sich normale Fahrgeräusche von einem Defekt am Spiegel?

Übliche Fahrgeräusche verändern sich meist gleichmäßig mit der Geschwindigkeit und kommen eher diffus aus dem gesamten Bereich von Türen und Fenstern. Erzeugen die Außenspiegel jedoch scharfe Pfeiftöne, rhythmisches Dröhnen oder klappernde Laute an einer bestimmten Stelle, deutet das eher auf einen Defekt oder eine lockere Komponente hin.

Helfen neue Tür- und Fenstergummis gegen Windgeräusche an den Spiegeln?

Verschlissene Dichtungen an Türen und Fenstern können Strömungsgeräusche verstärken, weil mehr Luft an der Karosserie vorbei und in den Innenraum gelangt. Werden sie erneuert und richtig eingestellt, lässt sich die Lautstärke im Fahrzeug oft deutlich senken, wodurch auch Geräusche in Spiegelnähe weniger auffallen.

Kann ich die Spiegelstellung so anpassen, dass weniger Geräusche auftreten?

Eine leichte Veränderung des Winkels kann helfen, weil sich der Luftstrom dann anders um das Gehäuse herum verteilt. Es lohnt sich, auf einer freien, sicheren Strecke verschiedene Einstellungen zu testen, ohne dabei das Sichtfeld und die vorgeschriebene Sicht nach hinten einzuschränken.

Verursachen größere oder nachgerüstete Spiegel stärkere Windgeräusche?

Je größer die Fläche des Spiegels, desto mehr Luft trifft darauf und desto eher entstehen auffällige Strömungstöne. Nachrüstlösungen, besonders universelle Produkte ohne fahrzeugspezifische Aerodynamik, können deshalb lauter sein als die serienmäßigen Außenspiegel.

Spielen Dachträger oder Anbauteile eine Rolle bei Geräuschen an den Spiegeln?

Dachträger, Aufbauten oder Anbauteile wie Zusatzantennen beeinflussen den Luftstrom um die Karosserie und können Geräusche in der Nähe der Außenspiegel verstärken oder überhaupt erst auslösen. Wenn die Töne nach dem Montieren solcher Teile auftreten, lohnt sich ein Test ohne diese Komponenten, um den Einfluss zu prüfen.

Ist es normal, dass ein Spiegel nach einem Winter mehr Windgeräusche macht?

Nach der kalten Jahreszeit können Gummis altern, kleine Risse bekommen oder ihre Elastizität verlieren, was den Luftstrom ungünstig beeinflusst. Zusätzlich setzen sich Schmutz, Streusalz und Feuchtigkeit in Fugen und Spalten ab, weshalb eine gründliche Reinigung und Pflege der Spiegelbereiche im Frühjahr sinnvoll ist.

Können Windgeräusche am Spiegel auf schlechte Karosseriearbeiten hinweisen?

Nach Lackier- oder Unfallreparaturen kann es vorkommen, dass Spaltmaße, Dichtungen oder Abdeckungen nicht exakt in der ursprünglichen Position sitzen. Entstehen danach neue Geräusche rund um die Außenspiegel, sollte die Werkstatt die Passgenauigkeit und Befestigung der Teile noch einmal überprüfen.

Lohnt sich eine professionelle Geräuschdiagnose bei hartnäckigen Problemen?

Eine spezialisierte Werkstatt kann mit Erfahrung, Messgeräten und teilweise auch Testfahrten gezielt nach dem Ursprung der Geräusche suchen. Das spart auf Dauer oft Zeit und Geld, weil nicht auf Verdacht mehrere Teile getauscht werden, sondern die eigentliche Ursache im Bereich der Spiegel oder der umliegenden Karosserie gezielt beseitigt wird.

Fazit

Geräusche durch Fahrtwind im Bereich der Außenspiegel haben meist nachvollziehbare Ursachen wie ungünstige Strömungsverhältnisse, Abnutzung oder kleine Beschädigungen. Wer systematisch prüft, auf Veränderungen achtet und bei Bedarf fachkundige Hilfe nutzt, bekommt die störenden Töne in der Regel gut in den Griff. So bleibt die Fahrt akustisch angenehmer, und mögliche sicherheitsrelevante Mängel fallen frühzeitig auf.


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Christian Osterfeld
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Jens Mohrschatt
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Viele Auto-Probleme treten nicht zufällig auf, sondern zeigen sich nur in bestimmten Situationen. Häufig erscheinen Symptome beim Kaltstart, nach längerer Fahrt, bei Nässe oder nach dem Tanken. Auch Temperatur und Standzeit können eine Rolle spielen.
Oft ist ein Verhalten zunächst nur gelegentlich spürbar und wirkt harmlos. Werden die Anzeichen jedoch häufiger, intensiver oder treten in mehr Fahrsituationen auf, deutet das meist auf eine zugrunde liegende Ursache hin. Deshalb lohnt es sich, genau darauf zu achten, wann ein Problem auftritt – beim Start, während der Fahrt oder im Stand. Diese Einordnung hilft, Risiken besser einzuschätzen und zu entscheiden, ob Beobachten ausreicht oder eine Überprüfung sinnvoll ist.

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