Auto knarzt beim Einlenken nach kalten Nächten – woran es liegen kann

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 14. April 2026 08:26

Ein Knarzen beim Einlenken nach kalten Nächten kann auf verschiedene Probleme hinweisen und ist ein häufiges Phänomen bei Fahrzeugbesitzern. Die Ursachen sind nicht immer offensichtlich, aber oft liegen sie an Abnutzungen oder Veränderungen in der Fahrzeugmechanik. In vielen Fällen ist es wichtig, die Geräusche genau zu analysieren und die erforderlichen Schritte zur Diagnose zu gehen.

Ursachen für das Knarzen

Die häufigsten Ursachen für ein Knarzen beim Einlenken sind:

  • Alterung von Gummiteilen: In kalten Temperaturen können Gummigelenke und -buchsen verhärten und spröde werden. Dies führt dazu, dass sie beim Einlenken Geräusche verursachen.
  • Fettmangel: Wenn die Lenkmechanik nicht ausreichend geschmiert ist, kann dies ebenfalls zu Quietschen und Knarzen führen. Ein Mangel an Schmiermitteln kann die Lebensdauer dieser Teile erheblich verkürzen.
  • Abnutzungen: Im Laufe der Zeit können sich die Verschleißteile der Lenkung, wie die Spurstangenköpfe und die Gelenke, abnutzen und zu Geräuschen führen.
  • Probleme bei der Federung: Ein fehlerhaftes Federbein oder eine defekte Federung können ebenfalls zu Geräuschen beim Einlenken führen, insbesondere wenn Stöße absorbiert werden.

Erste Schritt zur Diagnose

Wenn Sie ein Knarzen beim Einlenken bemerken, sollten Sie zunächst einige einfache Diagnoseschritte durchführen:

  1. Führen Sie eine Sichtprüfung unter dem Fahrzeug durch. Achten Sie auf Risse, Ablösungen oder Abnutzungen an Gummibuchsen und -lagern.
  2. Testen Sie die Lenkung im Stand. Drehen Sie das Lenkrad von links nach rechts, während das Fahrzeug im Stillstand ist, um festzustellen, ob die Geräusche auch hier auftreten.
  3. Hören Sie genau hin, wenn Sie das Fahrzeug in Bewegung setzen. Manche Geräusche treten nur bei bestimmten Geschwindigkeiten oder Fahrmaneuvers auf.

Schritte zur Behebung der Probleme

Basierend auf der Diagnose können die nächsten Schritte variieren:

  • Ölwechsel oder Nachfüllen von Schmierstoffen: Stellen Sie sicher, dass alle erforderlichen Schmiermittel auf dem aktuellen Stand sind. Die Überprüfung und gegebenenfalls der Austausch sollten in Ihrer Werkstatt erfolgen.
  • Wechseln von abgenutzten Teilen: Bei erkennbaren Abnutzungen sollten defekte Gummiteile oder Gelenke zeitnah ersetzt werden.
  • Professionelle Inspektion: Sollte das Problem weiterhin bestehen, ist es ratsam, die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch zu nehmen, um tiefere Schäden zu diagnostizieren und zu reparieren.

Tipps zur Vermeidung zukünftiger Geräusche

Es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, um zukünftige Geräusche zu vermeiden:

Anleitung
1Führen Sie eine Sichtprüfung unter dem Fahrzeug durch. Achten Sie auf Risse, Ablösungen oder Abnutzungen an Gummibuchsen und -lagern.
2Testen Sie die Lenkung im Stand. Drehen Sie das Lenkrad von links nach rechts, während das Fahrzeug im Stillstand ist, um festzustellen, ob die Geräusche auch hier auftreten.
3Hören Sie genau hin, wenn Sie das Fahrzeug in Bewegung setzen. Manche Geräusche treten nur bei bestimmten Geschwindigkeiten oder Fahrmaneuvers auf.

  • Regelmäßige Inspektionen: Lassen Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig auf Verschleißteile überprüfen.
  • Wartung der Lenkung und Federung: Halten Sie die Mechanik gut geschmiert und tauschen Sie verschlissene Teile rechtzeitig aus.
  • Beobachtungen bei kaltem Wetter: Achten Sie besonders darauf, ob Geräusche bei kalten Temperaturen verstärkt auftreten, und handeln Sie entsprechend.

Empfehlungen vom Team fahrzeug-hilfe.de

Wir von fahrzeug-hilfe.de empfehlen, diese Symptome ernst zu nehmen und gegebenenfalls eine Fachwerkstatt aufzusuchen, um sicherzustellen, dass Ihr Fahrzeug jederzeit in einwandfreiem Zustand ist. Die Lenkung ist ein wesentlicher Bestandteil der Fahrzeugsicherheit, und eine gute Wartung ist entscheidend.

Einfluss von Temperatur und Material auf Knarzgeräusche

Niedrige Temperaturen verändern die Eigenschaften fast aller Materialien am Fahrzeug. Gummilager werden härter, Fette und Öle zäh, Kunststoffe ziehen sich zusammen und Metallteile dehnen sich unterschiedlich stark aus. Genau diese Mischung sorgt häufig dafür, dass nach einer kalten Nacht beim Lenken Geräusche entstehen, die bei wärmeren Bedingungen verschwinden.

Im Bereich der Vorderachse treffen mehrere dieser Effekte aufeinander. Gummimetalllager an Querlenkern und Stabilisatoren verlieren bei Kälte ihre Elastizität, sodass sich Bewegungen weniger leicht abfedern lassen. Das Lenksystem arbeitet dann stärker „auf Block“ und jedes kleine Spiel wird akustisch wahrnehmbar. Zähe Schmierstoffe in Traggelenken, Spurstangenköpfen oder Domlagern ermöglichen eine schlechtere Verteilung des Fettes in den Gelenken. Beim ersten Einlenken bewegt sich der Kugelbolzen dann quasi „trocken“ in seiner Pfanne und es entsteht ein knarrendes Geräusch, das mit zunehmender Fahrstrecke oft leiser wird.

Kunststoffabdeckungen im Radhaus, Verkleidungsteile im Motorraum oder Abdeckkappen an den Federbeinen schrumpfen bei Kälte geringfügig. Berühren sich diese Bauteile an einer ungünstigen Stelle oder liegen an Karosseriekanten an, entsteht beim Lenkeinschlag eine Reibbewegung. Deshalb lohnt es sich, nicht nur die klassischen Verschleißteile zu prüfen, sondern auch scheinbar nebensächliche Clips, Abdeckungen und Dichtungen im Blick zu behalten.

Metallische Bauteile wie Federbeine, Lenkgetriebe oder Achsschenkel dehnen sich bei Temperaturwechseln unterschiedlich aus. Dadurch können sich etwa Klemmschrauben von Federbeinen in ihren Achsschenkeln minimal anders verspannen. In Verbindung mit Korrosion reicht dies, um beim Lenken ein Knarzen zu erzeugen. Beim Erwärmen während der Fahrt entspannt sich dieses Gefüge meist wieder ein wenig, wodurch das Geräusch schwächer werden kann.

Zusätzlich spielt Kondensfeuchtigkeit eine Rolle. Nach kalten Nächten kann sich Wasser an schlecht geschützten Stellen sammeln und bei erneutem Temperaturabfall gefrieren. Winzige Eisschichten an Gummi-Metall-Grenzen oder in Bowdenzügen steigern die Reibung und erzeugen kratzende oder knarrende Töne. Sobald das Eis geschmolzen ist, verschwinden diese Geräusche oft wieder, was die Diagnose erschweren kann.

Systematische Eingrenzung: Lenkung, Fahrwerk oder Karosserie?

Bevor Bauteile getauscht werden, sollte klar sein, aus welchem Bereich das Geräusch stammt. Dazu hilft eine strukturierte Vorgehensweise, die zwischen Lenkkomponenten, Fahrwerkslagern und Karosserieelementen unterscheidet. Wichtig ist, dass die Geräusche nicht nur aus der Erinnerung heraus beurteilt werden, sondern gezielt provoziert und beobachtet werden.

Zunächst lässt sich prüfen, ob das Knarzen ausschließlich bei stehendem Fahrzeug und eingeschlagenen Rädern auftritt oder auch während der Fahrt. Tritt der Ton vor allem beim Rangieren im Stand oder im Schritttempo auf, liegt der Fokus meistens auf Domlagern, Federn, oberen Querlenkern, Spurstangenköpfen oder dem Lenkgetriebe. Macht sich der Ton eher bei Bodenwellen, Kurvenfahrt mit höherer Geschwindigkeit oder beim Überfahren von Bordsteinkanten bemerkbar, rücken Gummilager an Querlenkern, Stabilisatorbuchsen und Karosserieschnittstellen stärker in den Vordergrund.

Ein zweiter Schritt besteht darin, Lenkbewegung und Federbewegung voneinander zu trennen. Steht das Auto auf ebenem Untergrund und wird bei stehendem Motor vorsichtig links und rechts eingeschlagen, hören Sie direkt am Kotflügel oder im Motorraum, ob das Geräusch oben am Federbein oder weiter unten an der Achse entsteht. Ein Helfer im Innenraum lenkt, während die Person außen am Fahrzeug jeweils in der Nähe des betroffenen Rades lauscht. So lassen sich viele Geräuschquellen deutlich eingrenzen.

Nützlich ist außerdem eine Unterscheidung zwischen Knarzen, Knacken und Poltern. Ein anhaltendes Reibgeräusch über mehrere Grad Lenkwinkel deutet eher auf trockene Lagerstellen oder Gummi-Reibkontakte hin. Einzelne, deutlich hörbare Knackgeräusche sprechen eher für Spiel in Gelenken, ausgeschlagene Domlager oder lockere Verschraubungen. Während Poltern bei Bodenwellen meist auf Stabilisatorlager oder ausgeschlagene Traggelenke hinweist, bleibt ein „ziehendes“ Knarzen häufig bei gleichmäßiger Lenkbewegung bestehen.

Zur weiteren Eingrenzung kann das Geräusch in verschiedenen Zuständen geprüft werden:

  • Lenken bei ausgeschaltetem Motor.
  • Lenken bei laufendem Motor im Stand.
  • Langsames Fahren im Kreis auf einem Parkplatz.
  • Überfahren von leichten Bodenwellen bei fast gerade stehenden Rädern.

Verändert sich der Ton, sobald der Motor läuft, kommen bei hydraulischen Systemen auch Servopumpe, Servoschläuche und Lenkgetriebe-Dichtungen in Betracht. Bei elektrischer Servolenkung rücken Elektromotor, Zahnstangenführung und Lagerungen in den Fokus. Bleibt der Klang in allen Betriebsarten unverändert, handelt es sich meist um rein mechanische Reibung im Fahrwerk oder Karosseriebereich.

Gezielte Maßnahmen für eine dauerhafte Beseitigung

Ein reines Einsprühen auffälliger Stellen mit Schmiermitteln bringt häufig nur kurzfristige Besserung. Für eine nachhaltige Lösung sollten die betroffenen Komponenten sauber identifiziert, fachgerecht geprüft und bei Bedarf instand gesetzt oder ersetzt werden. Dabei hilft eine klare Abfolge von Arbeitsschritten, die je nach Fahrzeugmodell leicht angepasst werden kann.

An erster Stelle steht die Kontrolle der Federbeine und Domlager. Das Fahrzeug wird auf eine Hebebühne oder Grube gestellt, die Räder bleiben dabei belastet, damit sich die Lager im realen Betriebszustand befinden. Während ein Helfer im Innenraum lenkt, kann an den oberen Federbeinaufnahmen mit der Hand erfühlt werden, ob sich dort ruckartige Bewegungen oder sprunghafte Drehungen zeigen. Ein leicht versetztes oder ruckartiges Drehen der Feder weist auf schwergängige Drehlager hin, die oft auch beim Einfedern Geräusche verursachen.

Als nächstes sind Querlenkerlager und Traggelenke an der Reihe. Mit einem geeigneten Montierhebel lässt sich prüfen, ob die Lager in ihren Aufnahmen Spiel haben oder sich gummiartige Anteile bereits gelöst haben. Sichtbare Risse oder aus den Lagern quetschendes Gummi deuten auf einen Austausch hin. Gleiches gilt für Spurstangenköpfe: Ein feiner Spielraum, der sich beim Bewegen des Rades zeigt, reicht schon aus, um bei Temperaturwechseln Geräusche hervorzurufen.

Stabilisatorgummis werden oft unterschätzt. Sie liegen eng am Stabilisator an und müssen dessen Bewegungen leise aufnehmen. Alterung, Salz, Schmutz und Kälte führen dazu, dass der Metallstab nicht mehr sauber gleitet, sondern ruckweise über die Gummiflächen gleitet. Durch leichtes Anheben des Stabilisators mit einem Hebel kann geprüft werden, ob sich dabei Geräusche erzeugen lassen. In vielen Fällen genügt es nicht, an dieser Stelle nur Schmierstoff zu verwenden. Besser ist ein Austausch der ausgehärteten Lager gegen neue, temperaturbeständiger ausgelegte Gummiteile.

Karosseriestellen sollten ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Verkleidungen im Radhaus, Clips von Unterfahrschutzteilen und Abdeckungen im Bereich des Federdoms lassen sich von Hand bewegen. Wenn beim manuellem Verdrehen oder leichtem Drücken ähnliche Geräusche entstehen wie beim Lenken, sollte die Befestigung verbessert werden. Zusätzliche Halteclips, neu gesetzte Schrauben oder dünne Zwischenlagen aus geeignetem Material können dauerhafte Ruhe bringen.

Unser Team von fahrzeug-hilfe.de meint, dass sich eine präzise Dokumentation der Beobachtungen lohnt: Notieren Sie, bei welchen Temperaturen, Geschwindigkeiten und Lenkbewegungen die Geräusche auftreten, und beschreiben Sie den Klang so genau wie möglich. Diese Informationen helfen der Werkstatt, schneller an die Ursache zu gelangen und unnötige Teilewechsel zu vermeiden.

Wurden verdächtige Komponenten gefunden, empfiehlt sich in der Regel ein zeitnaher Austausch, insbesondere wenn es sich um sicherheitsrelevante Bauteile wie Traggelenke, Spurstangen oder Querlenkerlager handelt. Nach dem Einbau neuer Teile sollte im Anschluss eine Achsvermessung erfolgen, um Lenkeigenschaften und Reifenverschleiß nicht zu beeinträchtigen. Ein abschließender Test auf einem Parkplatz mit mehreren Lenkmanövern bei niedriger Geschwindigkeit und anschließendem Fahren über leichte Unebenheiten bestätigt, ob das Knarzen endgültig beseitigt wurde.

Wert der regelmäßigen Kontrolle in der kalten Jahreszeit

Die kalte Jahreszeit stellt das Fahrwerk und die Lenkung Ihres Fahrzeugs regelmäßig auf die Probe. Niedrige Temperaturen, Feuchtigkeit, Streusalz und starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht belasten Dichtungen, Lager und Gummikomponenten deutlich stärker als wärmere Monate. Geräusche nach frostigen Nächten sind deshalb oft ein Warnsignal, dass bestimmte Bauteile bereits an der Belastungsgrenze arbeiten.

Werden diese Hinweise ernst genommen, lassen sich spätere, kostenintensivere Schäden häufig verhindern. Ausgehärtete Gummilager übertragen Vibrationen auf benachbarte Bauteile, was langfristig zu Rissen in Halterungen, Verschleiß an Nachbarbauteilen und ungleichmäßigem Reifenabrieb führen kann. Ein schwergängiges Domlager etwa erhöht nicht nur den Kraftaufwand beim Lenken, sondern erzeugt auch ungleichmäßige Lastwechsel im Federbein, was dessen Lebensdauer verkürzt. Ähnliches gilt für ausgeschlagene Spurstangenköpfe, die nicht nur Geräusche verursachen, sondern das Lenkverhalten insgesamt unpräziser machen.

Es empfiehlt sich, besonders vor Beginn des Winters und nach der kalten Saison einen prüfenden Blick auf Fahrwerk und Lenkung zu werfen. Dabei lassen sich folgende Punkte verbinden:

  • Kontrolle von Staubmanschetten an Traggelenken und Spurstangen.
  • Prüfung der Domlager auf Risse, Rost und Verschmutzung.
  • Inspektion der Stabilisatorlager auf Verschleiß und Korrosion am Stabilisatorstab.
  • Sichtprüfung der Gummilager an Querlenkern auf Einrisse oder Versprödung.
  • Überprüfung von Karosserieverkleidungen im Radhaus auf festen Sitz.

In Verbindung mit einer regelmäßigen Fahrzeugwäsche inklusive Unterbodenreinigung kann Streusalz besser entfernt werden, das ansonsten Gummiteile austrocknet und Metalloberflächen angreift. Nach stark salzhaltigen Fahrten sind Waschanlagen mit Unterbodenprogramm besonders sinnvoll. So bleibt die Schutzfunktion von Lagern und Dichtungen länger erhalten, und die Wahrscheinlichkeit störender Geräusche sinkt deutlich.

Wer außerdem darauf achtet, Lenkbewegungen im Stand zu begrenzen und starke Lenkausschläge vorzugsweise bei leicht rollendem Fahrzeug vorzunehmen, reduziert die Belastung der Standlager in der Vorderachse. Gerade bei tiefen Temperaturen zahlt sich eine schonende Fahrweise aus, da die Bauteile mehr Zeit benötigen, um ihre normale Elastizität zu erreichen. Eine Kombination aus Aufmerksamkeit, vorbeugender Pflege und rechtzeitiger Reparatur sorgt dafür, dass das Fahrzeug auch nach kalten Nächten ruhig und zuverlässig lenkt.

Häufige Fragen zum Knarzen beim Lenken nach Frost

Ist es normal, dass das Lenkrad bei niedrigen Temperaturen Geräusche macht?

Leichte Geräusche direkt nach dem Losfahren bei starkem Frost können kurzfristig auftreten, weil Gummis und Fette noch sehr steif sind. Halten die Geräusche jedoch an oder werden sie lauter, sollte die Lenkung professionell geprüft werden.

Kann ich weiterfahren, wenn es beim Einlenken knarzt?

Solange sich das Fahrzeug normal lenken lässt und keine Warnleuchten angehen, ist meist keine akute Gefahr gegeben. Trotzdem sollten ungewohnte Geräusche zeitnah abgeklärt werden, damit aus einem kleinen Problem kein sicherheitsrelevanter Defekt entsteht.

Welche Bauteile sind bei Kälte besonders anfällig für Knarzgeräusche?

Häufig betroffen sind Domlager, Gummibuchsen der Achsaufhängung, Spurstangenköpfe und die Lager der Stabilisatoren. Auch die Lenksäule und deren Kreuzgelenke können bei mangelnder Schmierung knacken oder knarzen.

Hilft es, das Auto in der Garage zu parken?

Ein geschützter Stellplatz reduziert starke Temperaturschwankungen und schont Gummiteile sowie Schmierstoffe. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach frostigen Nächten Geräusche an der Vorderachse bemerkbar machen.

Wie kann ich selbst überprüfen, ob das Domlager die Ursache ist?

Stellen Sie das Fahrzeug auf eine ebene Fläche, öffnen Sie die Motorhaube und lassen Sie eine zweite Person langsam am Lenkrad drehen, während Sie am Domlager lauschen. Knarz- oder Knackgeräusche direkt im Bereich der Federbeine deuten häufig auf verschlissene Domlager hin, die eine Werkstatt prüfen sollte.

Wann sollte ich wegen Knarzgeräuschen in die Werkstatt?

Ein Werkstattbesuch ist sinnvoll, wenn das Geräusch regelmäßig auftritt, stärker wird oder zusammen mit einem schwergängigen Lenkrad aufkommt. Kritisch wird es, wenn zusätzlich Vibrationen, ein schief stehendes Lenkrad oder ein unruhiges Fahrverhalten zu spüren sind.

Können Knarzgeräusche beim Lenken vom Fahrwerk kommen?

Geräusche beim Lenken entstehen oft durch Bauteile des Fahrwerks, etwa durch Querlenkerlager, Traggelenke oder Koppelstangen. Besonders nach kalten Nächten fallen trockene oder rissige Gummilager durch knarzende Laute auf.

Spielt der Reifendruck bei Geräuschen beim Lenken eine Rolle?

Ein falscher Reifendruck verursacht in der Regel keine Knarzgeräusche an der Lenkung, kann aber Poltern oder ein schwammiges Fahrgefühl begünstigen. Ein korrekter Luftdruck entlastet jedoch die Fahrwerkskomponenten und unterstützt deren Lebensdauer.

Können Knarzgeräusche auch von der Lenkhilfe kommen?

Ja, sowohl hydraulische als auch elektrische Servolenkungen können bei Störungen Geräusche verursachen. Bei hydraulischen Systemen sollten Füllstand und Zustand der Servoflüssigkeit geprüft werden, bei elektrischen Systemen ist eine Diagnose mit Werkstatt-Equipment sinnvoll.

Wie oft sollten Gummilager und Fahrwerksteile kontrolliert werden?

Eine Sicht- und Funktionsprüfung der Fahrwerkskomponenten bietet sich mindestens im Rahmen der regelmäßigen Inspektionen oder beim saisonalen Reifenwechsel an. Auffällige Geräusche, ungleichmäßiger Reifenverschleiß oder Spiel in der Lenkung sind Anzeichen, dass eine zusätzliche Kontrolle nötig ist.

Kann fehlende Schmierung Knarzen an der Vorderachse auslösen?

Mangelnde oder gealterte Schmierung führt dazu, dass sich Gelenke und Lager nicht mehr sauber bewegen, was sich bei Bewegungen der Lenkung als Knarzen äußert. In manchen Fällen reicht das fachgerechte Nachschmieren, bei Verschleiß ist jedoch der Austausch der Bauteile erforderlich.

Fazit

Geräusche beim Lenken nach einer frostigen Nacht sind ein deutliches Signal, die Lenk- und Fahrwerkskomponenten aufmerksam zu beobachten. Wer erste Anzeichen ernst nimmt, einfache Sichtprüfungen durchführt und bei Bedarf frühzeitig eine Werkstatt einbindet, schützt sich vor kostspieligen Folgeschäden. So bleibt die Lenkung sicher, leichtgängig und das Fahrzeug verlässlich unterwegs.

Checkliste
  • Alterung von Gummiteilen: In kalten Temperaturen können Gummigelenke und -buchsen verhärten und spröde werden. Dies führt dazu, dass sie beim Einlenken Geräusche verursachen.
  • Fettmangel: Wenn die Lenkmechanik nicht ausreichend geschmiert ist, kann dies ebenfalls zu Quietschen und Knarzen führen. Ein Mangel an Schmiermitteln kann die Lebensdauer dieser Teile erheblich verkürzen.
  • Abnutzungen: Im Laufe der Zeit können sich die Verschleißteile der Lenkung, wie die Spurstangenköpfe und die Gelenke, abnutzen und zu Geräuschen führen.
  • Probleme bei der Federung: Ein fehlerhaftes Federbein oder eine defekte Federung können ebenfalls zu Geräuschen beim Einlenken führen, insbesondere wenn Stöße absorbiert werden.


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Christian Osterfeld
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Oliver Stellmacher
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Viele Auto-Probleme treten nicht zufällig auf, sondern zeigen sich nur in bestimmten Situationen. Häufig erscheinen Symptome beim Kaltstart, nach längerer Fahrt, bei Nässe oder nach dem Tanken. Auch Temperatur und Standzeit können eine Rolle spielen.
Oft ist ein Verhalten zunächst nur gelegentlich spürbar und wirkt harmlos. Werden die Anzeichen jedoch häufiger, intensiver oder treten in mehr Fahrsituationen auf, deutet das meist auf eine zugrunde liegende Ursache hin. Deshalb lohnt es sich, genau darauf zu achten, wann ein Problem auftritt – beim Start, während der Fahrt oder im Stand. Diese Einordnung hilft, Risiken besser einzuschätzen und zu entscheiden, ob Beobachten ausreicht oder eine Überprüfung sinnvoll ist.

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