Ein knackendes Geräusch beim Nachziehen der Radschrauben kann völlig unproblematisch sein, es kann aber auch auf ein ernstes Sicherheitsrisiko hindeuten. Entscheidend sind Lautstärke, Häufigkeit, Situation und wie sich das Rad danach verhält. In vielen Fällen steckt ein einfacher Effekt wie das Lösen von Spannungen dahinter, doch bei falschem Anzugsmoment oder beschädigten Teilen kann sich ein Rad lösen.
Um das sauber einzuordnen, solltest du systematisch prüfen, woher das Geräusch kommt, wie die Radaufnahme aussieht und ob alle Komponenten korrekt montiert sind. Je früher du hier Klarheit hast, desto eher vermeidest du Folgeschäden an Felgen, Radnabe oder Fahrwerk.
Warum Radschrauben beim Nachziehen überhaupt knacken können
Beim Anziehen von Radschrauben wirken hohe Kräfte zwischen Schraube, Felge und Radnabe. Dabei können sich Bauteile leicht gegeneinander verschieben, Verspannungen lösen oder Reibflächen „springen“. Das kann als Knacken oder Knirschen hörbar werden, ohne dass sofort ein Defekt vorliegt. Trotzdem gehört jedes ungewöhnliche Geräusch an dieser Stelle ernst genommen, weil hier die Verbindung zwischen Rad und Fahrzeug entsteht.
Typische Quellen für ein Knacken sind:
- Reibung und Ruckgleiten zwischen Felge und Radnabe
- Unterlegscheiben oder lose Zentrierringe, die sich mitdrehen oder verkanten
- Korrosion, Schmutz oder Lackreste an den Auflageflächen
- Zu hoher oder ruckartiger Krafteinsatz mit dem Radkreuz oder Schlagschrauber
- Beschädigte oder überdehnte Radschrauben beziehungsweise Radmuttern
- Fehlerhaft sitzende Felge, etwa durch falsche Zentrierung oder nicht passende Ausführung
Wenn du verstehst, welche dieser Ursachen zu deiner Situation passt, kannst du entscheiden, ob ein erneuter, sorgfältiger Montagedurchgang reicht oder ob eine Werkstatt prüfen sollte, ob Bauteile ersetzt werden müssen.
Gefahr oder nicht? So ordnest du das Knacken richtig ein
Nicht jedes Knacken bedeutet, dass das Rad kurz vor dem Abfallen steht. Einige Anzeichen sind jedoch klare Warnsignale. Es lohnt sich, einmal bewusst zu unterscheiden, wie sich das Geräusch zeigt und was danach passiert.
Unkritischer kann es sein, wenn:
- das Geräusch nur beim allerersten Nachziehen nach der Montage kurz auftritt,
- es eher leise, dumpf und einmalig zu hören ist,
- die Schrauben sich mit dem Drehmomentschlüssel sauber bis zum Sollwert anziehen lassen,
- optisch keine Schäden an Schrauben, Felge oder Radnabe erkennbar sind.
Deutlich aufmerksamer solltest du werden, wenn:
- das Knacken laut, metallisch oder mehrfach beim weiteren Anziehen zu hören ist,
- du beim Drehen merkst, dass der Widerstand plötzlich „nachgibt“ und sich die Schraube außergewöhnlich weit drehen lässt,
- Schrauben trotz korrektem Drehmoment später wieder locker sind,
- sichtbare Risse, Verformungen oder stark verrostete Flächen an Felge, Nabe oder Schrauben vorhanden sind.
Trifft einer der kritischen Punkte zu, solltest du das betreffende Rad nicht weiter im Straßenverkehr verwenden, bevor es sachkundig kontrolliert wurde.
Häufige Ursachen im Detail – von harmlos bis gefährlich
Um das Problem sauber zu lösen, hilft es, die typischen Szenarien zu kennen. Die folgende Einordnung zeigt, welche Ursachen häufiger vorkommen und wie sie sich bemerkbar machen.
Spannungen lösen sich beim Anziehen
Bei neuen oder frisch montierten Felgen kann sich das Material beim Aufsetzen minimal verspannen. Beim ersten Nachziehen gleichen sich diese Spannungen aus, was sich manchmal wie ein kleiner Ruck anhört. Besonders bei Alufelgen mit lackierten oder beschichteten Auflageflächen ist dieser Effekt bekannt.
Meist hörst du in diesem Fall nur ein einzelnes leises Knacken, wenn du mit dem Drehmomentschlüssel den Sollwert erreichst. Die Schraube bleibt dann stabil fest, und beim erneuten Kontrollieren nach einigen Kilometern Fahrstrecke tritt kein weiteres Geräusch auf.
Vorgehen in so einer Situation:
- Alle Radschrauben über Kreuz mit richtig eingestelltem Drehmomentschlüssel anziehen.
- Das Fahrzeug etwa 50–100 km bewegen.
- Danach erneut alle Schrauben an diesem Rad mit Drehmoment prüfen.
- Wenn sich kaum noch etwas nachziehen lässt und keine neuen Geräusche auftreten, ist die Verbindung in der Regel stabil.
Korrosion und Schmutz an der Radnabe
Rost, Schmutz oder alte Farbe an der Anlagefläche zwischen Felge und Radnabe können beim Anziehen zu knirschenden oder knackenden Geräuschen führen. Die Felge „rutscht“ dann schrittweise auf eine glatte Position, während die Schrauben angezogen werden. Gleichzeitig kann eine verschmutzte Auflagefläche dafür sorgen, dass das eingestellte Drehmoment nicht sauber in Klemmkraft umgesetzt wird.
Typische Hinweise auf dieses Problem sind:
- deutlich sichtbarer Rostkranz oder dicke Schmutzschicht an der Nabe,
- knirschendes Geräusch schon beim Aufsetzen der Felge,
- unruhiges Fahrverhalten trotz korrekt angezogener Schrauben, insbesondere Vibrationen beim Bremsen oder ab höheren Geschwindigkeiten.
Um das zu beheben, solltest du die Radnabe gründlich reinigen. Metallische Auflageflächen kannst du vorsichtig mit einer Drahtbürste oder speziellem Nabenreinigungswerkzeug säubern, bis Rost und loser Belag entfernt sind. Anschließend die Fläche trocken und fettfrei halten; nur wenn der Fahrzeughersteller es ausdrücklich empfiehlt, kommt ein sehr dünner Film geeigneter Paste zum Einsatz.
Knacken durch falsches oder zu hohes Anzugsmoment
Ein häufiger Fehler besteht darin, Radschrauben „nach Gefühl“ mit dem Radkreuz oder gar mit einem langen Rohr als Hebel anzuziehen. Dabei entstehen leicht deutlich höhere Kräfte als vorgesehen. Die Gewinde der Schrauben oder in der Radnabe können sich überdehnen, und beim Nachziehen kommt es zu knarzenden und knackenden Geräuschen, weil das Material an seine Grenze gebracht wird.
Merkmale dafür sind:
- das Knacken tritt besonders auf, wenn du schon viel Kraft einsetzt,
- plötzlich lässt sich die Schraube ungewöhnlich leicht weiterdrehen,
- ein Teil der Schrauben lässt sich nicht mehr sauber mit dem Drehmomentschlüssel auf das Sollmoment einstellen, weil sie entweder schon „drüber“ sind oder rutschen.
In dieser Lage solltest du sehr vorsichtig sein. Wenn einmal das Gewinde in der Nabe oder an der Schraube überlastet wurde, kann es im Betrieb versagen. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass sich die Schrauben unter Belastung lösen oder abreißen. Wir von fahrzeug-hilfe.de empfehlen, dass du in so einem Fall zeitnah eine Werkstatt aufsuchst und mindestens die betroffenen Schrauben und Radbolzen überprüfen lässt.
Falsche oder beschädigte Radschrauben
Jedes Felgendesign erfordert eine bestimmte Form der Radschrauben oder -muttern, zum Beispiel Kugelbund oder Kegelbund, mit passender Länge und Gewindeart. Werden die falschen Schrauben verwendet, liegt die Auflagefläche nicht korrekt an, die Schraube kann sich verkanten und verspannen und beim Anziehen knallen oder knacken.
Hinweise auf dieses Problem:
- die Schraubenköpfe sehen anders aus als in der Bedienungsanleitung oder beim Originalrad,
- die Schraube lässt sich nur über einen Teil des Weges leicht drehen und hakt dann,
- die Felge zeigt Druckstellen, Riefen oder Ausbrüche im Bereich der Schraubbohrungen.
Auch beschädigte Schrauben, etwa mit angefressenen Gewinden, verformten Köpfen oder Rostnarben, können beim Nachziehen Geräusche machen. In solchen Fällen sollte nicht lange experimentiert werden. Tausche fragwürdige Schrauben vollständig aus und verwende nur Teile, die zum Fahrzeug und zur Felge freigegeben sind.
Verzogene oder schlecht sitzende Felge
Wenn eine Felge einen Schlag oder eine Verformung im Bereich der Auflageflächen hat, kann sie sich an der Nabe nicht sauber anlegen. Beim Anziehen versuchen die Schrauben, diese Unstimmigkeit zu „geradezubiegen“. Dabei können Knackgeräusche, Gummigeräusche (über Reifenflanke) oder ein sprunghafter Anstieg des Widerstands entstehen.
Typische Symptome sind:
- die Felge läuft beim Drehen sichtbar unrund, wenn das Fahrzeug aufgebockt ist,
- es gibt Spuren von Kontakt nur auf Teilbereichen der Anlagefläche,
- du spürst beim Fahren deutliche Schläge oder starke Vibrationen, obwohl die Räder gewuchtet sind.
In solchen Fällen gehört die Felge zu einem Fachbetrieb, der prüfen kann, ob eine Instandsetzung zulässig ist oder die Felge ersetzt werden muss. Auf keinen Fall solltest du versuchen, über kraftvolles Anziehen der Schrauben einen Schlag „wegzuziehen“.
Knacken durch Zentrierringe oder lose Anbauteile
Bei Zubehörfelgen kommen oft Zentrierringe aus Kunststoff oder Metall zum Einsatz, um die Nabenbohrung an den Fahrzeugnaben-Durchmesser anzupassen. Wenn diese Ringe nicht sauber sitzen, können sie sich beim Anziehen der Radschrauben leicht verdrehen oder verkanten und dabei klicken oder knacken.
Auch Radkappen, Deckel in der Radnabe oder lose Abdeckringe können Geräusche verursachen, die man fälschlich den Schrauben zuordnet. Prüfe daher immer, ob alle Anbauteile korrekt und spannungsfrei sitzen, bevor du die Ursache allein bei den Radschrauben suchst.
Schrittweise Diagnose: So gehst du bei knackenden Radschrauben vor
Um aus dem Geräusch ein klares Bild zu machen, hilft ein ruhiger, strukturierter Ablauf. So begrenzt du das Risiko und findest relativ schnell heraus, ob ein sicherer Weiterbetrieb möglich ist.
Vorgehen bei einem knacksenden Geräusch beim Nachziehen:
- Fahrzeug sicher abstellen, Gang einlegen beziehungsweise Parkstellung wählen und Handbremse anziehen.
- Betroffenes Rad markieren und Radkappe oder Abdeckung entfernen, falls vorhanden.
- Mit einem korrekt eingestellten Drehmomentschlüssel die Radschrauben prüfen, jeweils eine nach der anderen, in Kreuzfolge.
- Auf Geräusche achten: Wo genau kommt das Knacken her – aus der Schraube, aus der Felge, aus der Nabe?
- Rad abschrauben, Felge abnehmen und alle Auflageflächen (Felge und Nabe) gründlich reinigen und optisch prüfen.
- Schrauben und Gewinde auf Beschädigungen, Rost und Verformungen prüfen.
- Felge wieder aufsetzen, sorgfältig zentrieren und Schrauben handfest, danach mit Drehmoment über Kreuz anziehen.
- Wenn das Knacken weiterhin deutlich auftritt oder etwas „komisch“ wirkt, das Fahrzeug nicht im Alltag bewegen und eine Werkstatt einschalten.
Wenn du auf diesem Weg feststellst, dass nur etwas Rost und Schmutz die Ursache waren und nach der Reinigung alles geräuschfrei läuft, ist das Thema meist erledigt. Sobald Zweifel bleiben, sollte aber ein Profi die Radbefestigung bewerten.
Alltagssituation: Nachziehen nach dem Reifenwechsel
Nach einem Reifenwechsel empfehlen viele Hersteller, nach 50 bis 100 km Fahrstrecke die Radschrauben erneut mit Drehmoment zu prüfen. Dabei fällt manchen Autofahrern das erste Mal ein Knacken beim Nachziehen auf, obwohl die Montage in der Werkstatt unauffällig wirkte.
In dieser Situation kommen vor allem zwei Erklärungen in Frage:
- Beim Fahren haben sich Felge und Nabe minimal gesetzt, und die Schrauben nehmen jetzt die endgültige Stellung ein.
- Die Radnabe oder Felge war leicht verschmutzt, sodass sich die Flächen erst unter Belastung richtig aneinander angepasst haben.
Wenn das Knacken nur einmal auftaucht, die Schrauben danach auf Drehmoment sind und bei einer späteren Kontrolle geräuschlos bleiben, ist das oft unkritisch. Tritt das Geräusch jedoch wiederholt auf oder stehen Schrauben mehrfach deutlich unter dem Sollmoment, solltest du die Montage komplett überprüfen lassen.
Knacken beim Lösen statt beim Anziehen
Manchmal scheint das Geräusch vom Nachziehen zu kommen, obwohl es tatsächlich erst beim Lösen entsteht. Alte oder stark festsitzende Radschrauben können sich ruckartig lösen und dabei ziemlich laut knallen. Dieses Geräusch ist vielen Menschen unangenehm, bedeutet aber in diesem Moment eher, dass viel Reibung beziehungsweise Rost im Spiel ist.
Wichtige Punkte in dieser Situation:
- Schrauben gleichmäßig lösen, nicht ruckartig mit vollem Körpereinsatz.
- Keinen überlangen Hebel verwenden, der das Material plötzlich überlastet.
- Nach dem Lösen alle Gewinde genau prüfen und bei beschädigten Schrauben direkt für Ersatz sorgen.
Wenn Schrauben extrem schwer zu lösen sind, kann das ein Zeichen für Korrosion oder Überdrehmoment aus der Vergangenheit sein. Auch das ist ein Anlass, die gesamte Verbindung zwischen Rad und Nabe gründlich beurteilen zu lassen.
Fahrverhalten als zusätzlicher Hinweis
Geräusche beim Anziehen oder Nachziehen sind ein Baustein der Diagnose. Genauso wichtig ist das Verhalten des Fahrzeugs auf der Straße. Ein Rad, das nicht sauber befestigt oder schlecht ausgerichtet ist, meldet sich oft über andere Symptome.
Achte insbesondere auf:
- Vibrationen im Lenkrad bei bestimmten Geschwindigkeiten,
- leichtes Schlagen oder Poltern beim Überfahren kleiner Unebenheiten,
- Geräusche aus dem Radbereich beim Kurvenfahren,
- einseitigen Reifenverschleiß oder ungewöhnliche Abriebspuren an der Felge.
Kombiniert sich das Knacken beim Nachziehen mit solchen Auffälligkeiten, solltest du das nicht aufschieben. Es kann zum Beispiel sein, dass die Felge nicht zentriert sitzt, die Radlager bereits leiden oder Bremskomponenten durch Spiel im Radbereich zusätzlichen Belastungen ausgesetzt sind.
Typische Fehlannahmen rund um knackende Radschrauben
Rund um das Thema Radbefestigung kursieren einige Halbweisheiten, die im schlimmsten Fall gefährlich werden können. Ein paar davon lassen sich gut geraderücken.
Oft gehört man zum Beispiel, dass mehr Anzugskraft automatisch mehr Sicherheit bringt. Das Gegenteil kann der Fall sein, weil überdehnte Schrauben ihren Klemmdruck verlieren und später abbrechen können. Ein weiteres Missverständnis ist die Annahme, dass ein einmaliger Kontrollgang nach dem Reifenwechsel völlig überflüssig sei. Gerade bei neuen Felgen oder bei Fahrzeugen, die die Werkstatt nur selten sehen, können sich hier aber kleine Montagefehler zeigen.
Ebenfalls verbreitet ist die Idee, dass ein leises Knacksen immer nur die Bremsscheibe oder die Federung betrifft und mit den Schrauben nichts zu tun habe. In Wirklichkeit sitzt das Geräusch oft genau im Bereich der Radmutteraufnahme, was sich mit einem Stethoskop oder durch gezieltes Hinfühlen (natürlich mit kaltem, stehendem Rad) oft verifizieren lässt.
Beispiel: Geräusch nach dem Umstieg auf Alufelgen
Stell dir vor, jemand wechselt im Frühjahr von Stahl- auf Alufelgen und montiert diese in Eigenregie. Beim ersten Nachziehen nach 80 km ist beim Erreichen des Drehmoments ein kurzes Knacken zu hören. Alle Schrauben lassen sich danach sauber auf das vorgegebene Drehmoment einstellen, das Fahrverhalten ist unauffällig.
Bei der Kontrolle stellt sich heraus, dass an der Radnabe leichte Flugrostspuren vorhanden waren, die beim Aufsetzen der neuen Felgen nicht entfernt wurden. Beim Nachziehen haben sich Felge und Nabe „gesetzt“. Nach einer gründlichen Reinigung beim nächsten Räderwechsel und einer wiederholten Kontrollmessung bleibt das Geräusch aus, und die Verbindung arbeitet stabil.
Beispiel: Lautes Knallen beim kräftigen Nachziehen
Ein anderer Fahrer zieht nach einigen Monaten die Räder „zur Sicherheit“ noch einmal per Radkreuz mit voller Kraft an, obwohl sie bereits bei einer Inspektion mit Drehmoment angezogen wurden. Beim Versuch, „noch eine Viertelumdrehung“ herauszuholen, gibt es ein lautes Knallen, und die Schraube lässt sich plötzlich leichter drehen.
Hier ist sehr wahrscheinlich das Gewinde überlastet worden. Eine solche Schraube kann im Betrieb nicht mehr zuverlässig halten. In einer Werkstatt wird festgestellt, dass der Radbolzen getauscht werden muss. Wäre der Fahrer weiterhin unterwegs gewesen, hätte sich das Rad unter Umständen bei hoher Geschwindigkeit lösen können.
Beispiel: Knacken durch falsche Schrauben bei Zubehörfelgen
Eine Halterin lässt attraktive Zubehörfelgen montieren, verwendet aber aus Versehen die alten Radschrauben der Stahlfelgen weiter. Beim Nachziehen tritt ein deutliches Knacken auf, und beim Blick auf die Felgen sind nach kurzer Zeit unschöne Druckspuren im Lochbereich zu erkennen.
Der Fachbetrieb stellt fest, dass Kegelbund statt Kugelbund verwendet wurde. Die Schrauben lagen nur auf einer kleinen Kante an und verkanteten sich beim Anziehen. Nach Umrüstung auf die korrekten Schrauben verschwindet das Geräusch, und die Felgen liegen sauber an der Nabe an.
So ziehst du Radschrauben materialschonend und sicher an
Unabhängig davon, ob schon ein Knacken aufgetreten ist oder nicht, lohnt es sich, die grundlegende Vorgehensweise beim Anziehen von Radschrauben zu verinnerlichen. Damit vermeidest du viele Probleme von vornherein.
Empfehlenswerte Vorgehensweise:
- Auflageflächen von Felge und Radnabe reinigen, trocken und fettfrei halten.
- Felge sauber aufsetzen und an der Nabe ausrichten, bei Zentrierringen auf korrekten Sitz achten.
- Schrauben erst von Hand einige Umdrehungen eindrehen, bis sie leicht anliegen.
- Anschließend über Kreuz stufenweise anziehen, also nicht eine Schraube direkt voll durchziehen.
- Zum endgültigen Anziehen einen qualitativ guten Drehmomentschlüssel nutzen, auf den vorgeschriebenen Wert einstellen.
- Nach einer kurzen Fahrstrecke das Drehmoment kontrollieren, insbesondere bei neuen Felgen oder Radschrauben.
Wer so vorgeht, erlebt Knack- oder Knirschgeräusche seltener und hat eine höhere Sicherheit, dass Fahrzeug, Felgen und Schrauben im vorgesehenen Bereich belastet werden.
Wann der Weg in die Werkstatt Pflicht wird
Manchmal lässt sich die Ursache mit Hausmitteln nicht eindeutig klären. Spätestens wenn Unsicherheit über die Tragfähigkeit der Teile besteht, sollte eine fachkundige Beurteilung erfolgen. Werkstätten können Radbolzen und Schrauben beurteilen, Felgen auf Haarrisse und Schläge prüfen und das Anzugsmoment mit geeichten Werkzeugen kontrollieren.
Du solltest fachliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn zum Beispiel:
- eine Schraube plötzlich leichter dreht als zuvor,
- sichtbare Beschädigungen an Felge, Schraubenkopf oder Gewinde vorhanden sind,
- das Knacken trotz Reinigung und korrektem Anziehen jedes Mal wieder auftritt,
- du zusätzliche Symptome wie Vibrationen, Poltern oder ein leichtes „Spiel“ im Rad bemerkst.
Gerade weil die Verbindung zwischen Rad und Fahrzeug sicherheitsrelevant ist, lohnt es sich nicht, hier zu experimentieren. Ein kurzer Werkstattbesuch kann im Zweifel viel Ärger und hohe Folgekosten verhindern.
Häufige Fragen zum Knacken beim Nachziehen von Radschrauben
Ist ein einmaliges Knacken beim Nachziehen noch normal?
Ein einzelnes Knackgeräusch beim Anziehen kann durch das Setzen von Felge und Radschrauben entstehen und ist oft unkritisch. Wichtig ist, dass das Geräusch nicht dauerhaft auftritt und die Radschrauben anschließend mit dem vorgeschriebenen Drehmoment sauber anliegen.
Wie erkenne ich, ob das Knacken von zu hohem Drehmoment kommt?
Wenn du die Schrauben bereits mit einem fühlbar hohen Kraftaufwand angezogen hast und es dabei mehrmals knackt, kann das auf ein zu starkes Anzugsmoment hindeuten. In diesem Fall solltest du das Rad mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel und dem Herstellervorgaben entsprechend noch einmal kontrollieren lassen.
Darf ich Radschrauben mit einem Schlagschrauber endgültig festziehen?
Zum Lösen und groben Anziehen ist ein Schlagschrauber hilfreich, für das endgültige Festziehen ist er jedoch ungeeignet. Die Schlussdrehung sollte immer mit einem Drehmomentschlüssel erfolgen, damit die vorgeschriebenen Werte nicht überschritten werden und die Bauteile nicht überlastet werden.
Wie oft sollte ich nach einem Reifenwechsel nachziehen?
Nach einem Rad- oder Reifenwechsel empfehlen viele Hersteller eine Kontrolle der Radschrauben nach etwa 50 bis 100 Kilometern Fahrt. Dabei wird geprüft, ob alle Schrauben das richtige Drehmoment haben und ob sich die Verbindung aus Felge und Radnabe gleichmäßig gesetzt hat.
Kann ein leichtes Knacken auch von der Bremsanlage kommen?
Ja, Geräusche können manchmal von Bremsbelägen oder Führungsstiften stammen und werden fälschlicherweise als Problem an den Radschrauben gedeutet. Tritt das Knacken nur beim Bremsen oder beim Anfahren nach dem Bremsen auf, sollte auch die Bremsanlage mit überprüft werden.
Was mache ich, wenn die Radschrauben beim Nachziehen sofort wieder knacken?
Wenn das Geräusch bei jeder Schraube und bei jeder Nachziehbewegung auftritt, solltest du Radnabe, Felgenauflagefläche und die Schrauben selbst auf Rost, Beschädigungen oder Fremdkörper prüfen. Bleibt das Geräusch unklar, raten wir vom Team fahrzeug-hilfe.de dazu, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen, um Materialschäden auszuschließen.
Kann ich mit knackenden Radschrauben noch weiterfahren?
Solange die Ursache nicht sicher feststeht, ist Zurückhaltung angesagt, besonders wenn das Geräusch mehrfach hintereinander auftritt oder sich während der Fahrt bemerkbar macht. In solchen Fällen solltest du die Geschwindigkeit reduzieren, eine sichere Stelle ansteuern und das Rad zeitnah prüfen oder prüfen lassen.
Welche Rolle spielt das Reinigen der Radnabe beim Vermeiden von Geräuschen?
Eine saubere, plane Auflagefläche an der Radnabe ist entscheidend für eine stabile Verbindung zur Felge. Rost, Schmutz oder alte Beschichtungen können zu Verspannungen, Knackgeräuschen und im schlimmsten Fall zu einer mangelnden Klemmkraft der Radschrauben führen.
Sind Zentrierringe oft die Ursache für Knackgeräusche?
Bei Zubehörfelgen mit Kunststoff- oder Metall-Zentrierringen können schlecht passende oder beschädigte Ringe Klack- oder Knackgeräusche verursachen. Zeigen sich Spuren von Spiel oder Verschleiß am Ring, sollte er ersetzt und die Passung zwischen Nabe und Felge kontrolliert werden.
Welche Drehmomente sind für mein Fahrzeug richtig?
Die zulässigen Anzugsmomente stehen in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs oder in den Unterlagen der Felgenhersteller. Wenn du unsicher bist, kannst du das passende Drehmoment in der Werkstatt erfragen und dort gleich prüfen lassen, ob deine Räder korrekt befestigt sind.
Kann ich beschädigte Radschrauben noch einmal verwenden?
Radschrauben mit deutlich sichtbaren Beschädigungen am Gewinde, am Konus oder am Kopf sollten nicht wieder eingesetzt werden. Bereits kleine Verformungen können zu ungleichmäßiger Klemmung, zu Geräuschen und im Extremfall zum Versagen der Schrauben führen.
Hilft Schmiermittel gegen knarrende oder knackende Geräusche an Radschrauben?
Schmiermittel an den Auflageflächen oder am Konus der Radschrauben verändern das Reibungsverhalten und damit auch das tatsächliche Klemmmoment, was zu Überlastungen führen kann. Zulässig ist höchstens eine sehr dünne Schicht geeigneter Paste auf der Radnabe gegen Korrosion, nicht jedoch auf den Dicht- und Klemmflächen der Schrauben.
Fazit
Ein leises, vereinzeltes Knackgeräusch beim Nachziehen von Radschrauben kann beim Setzen der Radverbindung auftreten, mehrfaches oder sehr lautes Knacken ist dagegen ein ernst zu nehmendes Signal. Mit sauber gereinigten Auflageflächen, passenden Schrauben und einem korrekt eingestellten Drehmomentschlüssel vermeidest du die meisten Probleme. Bleiben Ursache und Geräusch unklar oder verändert sich das Fahrverhalten, sollte immer eine qualifizierte Werkstatt die Radbefestigung überprüfen.