Eine defekte Reifendruckkontrolle sorgt vor der Hauptuntersuchung oft für Unsicherheit: Fällt das Auto deswegen durch oder gibt es nur einen Hinweis im Bericht? In vielen Fällen ist eine Fehlfunktion des Systems zwar ein Mangel, führt aber nicht automatisch dazu, dass die Plakette verweigert wird. Entscheidend ist, um welche Art von Reifendruckkontrollsystem es sich handelt und wie der Prüfer den Fehler einordnet.
Grundsätzlich gilt: Der Reifendruck selbst muss sicher sein, das Überwachungssystem ist nur das Hilfsmittel dazu. Wenn die Warnleuchte dauerhaft brennt oder das System keine Funktion hat, solltest du das vor der HU trotzdem prüfen lassen, um Diskussionen beim Prüftermin zu vermeiden und vor allem deine Fahrsicherheit zu gewährleisten.
Direktes und indirektes Reifendruckkontrollsystem: Wo liegt der Unterschied?
Um einschätzen zu können, wie relevant eine Störung für die HU ist, musst du zunächst wissen, welche Art von System dein Auto besitzt. Moderne Fahrzeuge nutzen entweder ein direktes oder ein indirektes Reifendruckkontrollsystem (RDKS/TPMS).
Beim direkten System sitzen Drucksensoren in jedem Rad, meist im Ventil integriert. Sie messen den Luftdruck und oft auch die Temperatur im Reifen und senden die Daten per Funk an das Steuergerät. Fällt ein Sensor aus, meldet das System eine Störung oder zeigt den Druck dieses Rads nicht mehr an.
Das indirekte System nutzt die Raddrehzahlsensoren des ABS/ESP. Sinkt der Druck in einem Reifen, ändert sich dessen Abrollumfang, und das Steuergerät erkennt die Abweichung. Hier gibt es meist keine exakten Druckwerte, sondern nur eine Warnmeldung, wenn der Druck eines Rads deutlich abfällt. Es sind keine separaten Drucksensoren im Rad verbaut.
Für die HU ist relevant, ob dein Fahrzeug ab Werk mit einem RDKS ausgerüstet und zulassungspflichtig ist. Bei neueren Fahrzeugen gehört das System zur vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstung. Funktioniert es nicht, wird das in der Regel als Mangel eingestuft.
Warum gibt es das Reifendruckkontrollsystem überhaupt?
Das System wurde nicht aus Komfortgründen eingeführt, sondern zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Senkung von Verbrauch und Emissionen. Zu niedriger Reifendruck verlängert den Bremsweg, verschlechtert die Fahrstabilität, erhöht die Reifentemperatur und kann im Extremfall zu Reifenplatzern führen.
Schon wenige Zehntelbar zu wenig führen zu höherem Rollwiderstand und damit zu mehr Kraftstoffverbrauch. Außerdem nutzen sich Reifen bei dauerhaft falschem Druck ungleichmäßig ab, was wiederum den Geldbeutel belastet. RDKS hilft, Druckverluste frühzeitig zu erkennen, bevor du sie beim Fahren bemerkst.
Diese sicherheitsrelevante Funktion ist der Grund, warum das System bei neueren Pkw rechtlich vorgeschrieben ist und im Rahmen der HU überhaupt geprüft wird. Ein dauerhaft leuchtendes Symbol im Tacho wird vom Prüfer nicht einfach ignoriert.
Reifendruckkontrolle und HU: Was wird wirklich geprüft?
Bei der Hauptuntersuchung geht es nicht darum, jede Komfortfunktion akribisch zu kontrollieren. Relevant sind Bauteile und Systeme, die Sicherheit und Umwelt betreffen. Das RDKS zählt bei Fahrzeugen, die damit ausgestattet sein müssen, zum sicherheitsrelevanten Bereich.
Der Prüfer wird in der Regel folgendes tun:
- Beim Einschalten der Zündung beobachten, ob die Kontrollleuchte für das RDKS angeht.
- Prüfen, ob die Lampe nach kurzer Zeit wieder erlischt.
- Dokumentieren, wenn die Leuchte dauerhaft an bleibt oder auffällig blinkt.
Eine dauerhaft leuchtende Warnlampe oder eine deutliche Meldung im Display wird üblicherweise als Mangel vermerkt. Ob daraus ein geringer oder ein erheblicher Mangel wird, hängt unter anderem von den Prüfrichtlinien, der Art des Fahrzeugs und dem genauen Fehlerbild ab.
Wichtig: Der reale Luftdruck der Reifen selbst wird zwar nicht immer mit einem Messgerät kontrolliert, dennoch fällt ein sichtbar unter- oder überpumpter Reifen negativ auf. Ein defektes Reifendruckkontrollsystem entbindet dich nie von der Pflicht, den Druck manuell zu prüfen und korrekt einzustellen.
Wann ist eine defekte Reifendruckkontrolle HU-relevant?
Ob deine HU-Plakette an einem Defekt der Reifendruckkontrolle scheitern kann, hängt im Wesentlichen von drei Punkten ab:
- Ist dein Auto in eine Fahrzeugklasse oder Bauzeit gefallen, für die RDKS vorgeschrieben ist?
- Handelt es sich um einen Fehler, der dauerhaft angezeigt wird?
- Kann der Prüfer den Defekt eindeutig erkennen (Warnleuchte, Meldung im Display)?
Bei Fahrzeugen, die ab einem bestimmten Zeitpunkt mit RDKS homologiert wurden, gehört das System zur sicherheitsrelevanten Ausstattung. Hier wird eine Fehlfunktion im Normalfall mindestens als geringer Mangel eingetragen. Bleibt die Kontrollleuchte an, kann der Mangel auch als erheblich gewertet werden, je nach Vorgaben und Interpretation.
Bei älteren Fahrzeugen ohne RDKS-Pflicht, bei Nachrüstlösungen oder Systemen, die nicht zur homologierten Serienausstattung zählen, sieht die Sache entspannter aus. Fällt ein nachträglich eingebautes Zubehörsystem aus, wird das meist nicht als HU-relevanter Defekt bewertet, solange Reifen und Fahrwerk technisch in Ordnung sind.
Die sichere Seite: Wenn im Cockpit eine dauerhafte RDKS-Störung angezeigt wird, solltest du davon ausgehen, dass der Prüfer dies nicht einfach durchwinkt und das Thema vor dem Termin angehen.
Typische Fehlerbilder bei der Reifendruckkontrolle
Die Art der Fehlfunktion sagt viel darüber aus, welche Ursache dahintersteckt und wie dringend du handeln solltest. Einige Szenarien treten bei vielen Fahrzeugen immer wieder ähnlich auf.
Ein häufiger Fall ist eine dauerhaft leuchtende Warnlampe, obwohl der Reifendruck manuell geprüft und korrekt eingestellt wurde. Hier liegt meistens ein Problem im System, nicht im Reifen selbst, vor. Ursachen können ein defekter Sensor, eine leere Sensorbatterie oder ein Kommunikationsproblem sein.
Bei anderen Fahrzeugen blinkt die RDKS-Kontrollleuchte nach dem Start einige Sekunden oder Minuten und bleibt dann dauerhaft an. Dieses Blinken signalisiert oft eine Störung im System, etwa einen nicht anlernbaren Sensor oder ein Problem im Steuergerät.
Wird im Display ein bestimmtes Rad als „unplausibel“ oder „nicht erkannt“ gemeldet, deutet das vorrangig auf einzelne Sensoren hin, etwa nach einem Reifenwechsel oder Felgentausch. Wenn mehrere Räder betroffen sind, kommen auch falsche Sensor-IDs, Fehlprogrammierungen oder beschädigte Antennenleitungen in Frage.
Häufige Ursachen für eine gestörte Reifendruckkontrolle
Die Bandbreite der Auslöser reicht von harmlosen Bedienfehlern bis zu echten Defekten an Sensoren oder Steuergeräten. Je besser du die möglichen Ursachen kennst, desto gezielter kannst du vorgehen.
Typische Auslöser sind:
- Falsch eingestellter oder nicht eingeschalteter Reifendruckkontrollmodus (z. B. nach Rad- oder Reifentausch).
- Nicht angelerntes Rad nach einem Reifenwechsel oder nach Montage eines Ersatz- oder Winterrads.
- Defekte oder leere Batterien in den Radsensoren (bei direktem RDKS).
- Beschädigte Sensoren durch unsachgemäßen Reifenwechsel, Korrosion oder Schläge.
- Softwareprobleme im Steuergerät oder fehlende Aktualisierungen nach Fahrzeug- oder Teilwechsel.
- Falsche Sensoren oder falsche IDs, etwa wenn günstige Universal-Sensoren verwendet wurden.
- Elektrische Störungen im ABS/ESP-Bereich bei indirektem RDKS, etwa defekte Raddrehzahlsensoren.
Eine wichtige Rolle spielt auch der menschliche Faktor: Wird nach einem Reifenservice das System nicht zurückgesetzt, erkennt es den neuen, etwas anderen Abrollumfang oft als Fehler und meldet eine Warnung, obwohl der Druck eigentlich stimmt.
So gehst du Schritt für Schritt bei einer RDKS-Störung vor
Bevor du direkt einen Werkstatttermin vereinbarst, lohnt sich eine systematische Vorgehensweise. Viele Störungen lassen sich mit einfachen Schritten eingrenzen oder sogar beheben.
- Reifendruck manuell prüfen: An der Tankstelle oder mit einem eigenen Manometer den Druck aller vier (und ggf. des Reserverads) messen und auf die Herstellerangaben einstellen.
- Bedienungsanleitung checken: Nachsehen, wie bei deinem Modell das Reifendrucksystem zurückgesetzt oder neu angelernt wird.
- System zurücksetzen: Über Bordcomputer, Infotainment oder eine spezielle Taste im Fahrzeug das System initialisieren.
- Kurze Probefahrt machen: Einige Kilometer mit wechselnden Geschwindigkeiten fahren, damit das System neue Werte einlesen kann.
- Warnleuchte beobachten: Prüfen, ob die Anzeige ausgeht oder weiterhin auf Störung bleibt.
Bleibt die Meldung nach dieser Prozedur bestehen, liegt der Verdacht nahe, dass ein Sensor defekt ist oder das Steuergerät einen Fehler gespeichert hat. In diesem Fall führt der Weg in eine Werkstatt oder zu einem Fachbetrieb mit geeigneter Diagnosetechnik.
Alltagssituation: Winterräder, Sommerräder und die Reifendruckkontrolle
Besonders häufig tauchen Probleme mit der Reifendruckkontrolle nach einem saisonalen Räderwechsel auf. Beim Umstieg von Sommer- auf Winterräder oder umgekehrt verändert sich das Reifenformat, der Abrollumfang und oft auch der Felgentyp. Das System muss dann meistens neu angelernt werden.
Werden Räder ohne passende Sensoren montiert, registriert ein direktes RDKS keinerlei oder falsche Signale. Die Warnleuchte bleibt dauerhaft an oder das Display meldet fehlende Sensoren. Hier hilft nur, geeignete Sensoren nachzurüsten und fachgerecht zu programmieren.
Beim indirekten System ist die Situation etwas einfacher. Nach dem Wechsel auf eine andere Rad-Reifen-Kombination muss meist nur die „Set“-Funktion genutzt werden, damit das Steuergerät den neuen Normalzustand als Referenz übernimmt. Vergisst du diesen Schritt, meldet das System später fälschlich einen Druckverlust.
Ein typischer Werkstatttermin bei defekter Reifendruckkontrolle
Viele Fahrer möchten wissen, was in der Werkstatt tatsächlich passiert, wenn die Reifendruckkontrolle streikt. Der Ablauf folgt meist einem bewährten Muster, das du grob kennen solltest, um die Schritte nachvollziehen zu können.
Zu Beginn liest die Werkstatt das Steuergerät aus und prüft, ob Fehlercodes hinterlegt sind. Daraus lässt sich oft schon erkennen, ob ein bestimmtes Rad oder das gesamte System betroffen ist. Meldet das Steuergerät beispielsweise einen Kommunikationsfehler mit einem Sensor, konzentriert sich die weitere Suche auf dieses Rad.
Anschließend werden die Radsensoren mit einem speziellen Lesegerät geprüft. So lässt sich feststellen, ob der Sensor überhaupt ein Signal sendet, ob die Batterie noch lebt und ob die ID zum Fahrzeug passt. Gegebenenfalls wird der betroffene Sensor ersetzt und neu angemeldet.
Führt dieser Weg nicht zum Ziel, untersucht der Mechaniker auch die Verkabelung, Antennen, das Steuergerät und – bei indirekten Systemen – die Raddrehzahlsensoren. In seltenen Fällen ist ein Softwareupdate oder sogar der Austausch des Steuergeräts nötig.
Beispiele aus der Praxis
Ein Fahrer eines Kompaktwagens stellt kurz vor der HU fest, dass die RDKS-Leuchte dauerhaft an ist. Der Reifendruck passt, das System ließ sich nicht erfolgreich zurücksetzen. In der Werkstatt zeigt die Diagnose: Der Sensor hinten rechts sendet keine Signale mehr, die Batterie ist am Ende. Nach dem Austausch des Sensors und einer kurzen Anlernfahrt erlischt die Warnleuchte, der Wagen besteht die HU ohne weitere Beanstandung.
Eine Fahrerin wechselt auf günstig gekaufte Winterkompletträder, bei denen zwar Sensoren verbaut sind, diese aber nicht zum Fahrzeugmodell passen. Nach dem Räderwechsel blinkt und leuchtet die Kontrolllampe dauerhaft. Die Prüfstelle für die HU hätte diesen Mangel auf jeden Fall vermerkt. Erst nach dem Einbau kompatibler Sensoren und deren Programmierung arbeitet das System wieder ordnungsgemäß.
Ein Vielfahrer mit indirektem RDKS vergisst nach einem Reifenwechsel die Initialisierung. Einige Tage später meldet das Fahrzeug einen Druckverlust, obwohl der Luftdruck stimmt. Durch erneutes Einstellen des korrekten Drucks und die Aktivierung der „Speichern“-Funktion im Bordcomputer verschwindet die Fehlermeldung. In diesem Fall lag kein technischer Defekt vor, sondern ein Bedienfehler, der sich ohne Werkstatt lösen ließ.
Selbsthilfe oder Werkstatt: Was ist sinnvoll?
Nicht jede Fehlermeldung der Reifendruckkontrolle erfordert sofort professionelle Hilfe. Ein Teil der Probleme lässt sich mit einfachen Schritten selbst eingrenzen, sofern du dich etwas mit deinem Fahrzeug beschäftigst und die Bedienungsanleitung zur Hand nimmst.
Wenn die Warnleuchte nach einer Reifenreparatur, einem Räderwechsel oder stärkeren Temperaturschwankungen erscheint, lohnt sich zunächst eine manuelle Druckkontrolle und ein System-Reset. Verschwinden die Warnungen danach dauerhaft, war die Sache harmlos.
Bleibt die Anzeige allerdings permanent bestehen, tauchen kryptische Displaymeldungen auf oder ist unmittelbar vor der HU ein Defekt sichtbar, sollte ein Fachmann ran. Unser Team von fahrzeug-hilfe.de meint, dass du mit einem rechtzeitigen Werkstattbesuch oft Stress am Prüftag vermeidest und zusätzlich sicherstellen kannst, dass deine Reifen wirklich in Ordnung sind.
Typische Denkfehler rund um RDKS und HU
Im Alltag begegnen einem immer wieder ähnliche Irrtümer zum Thema Reifendrucküberwachung. Einige davon können dazu führen, dass Probleme zu lange ignoriert werden.
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, das System sei nur eine Komfortfunktion ohne sicherheitsrelevante Bedeutung. In Wahrheit hat es direkten Einfluss auf die Reifengesundheit und damit auf Fahrsicherheit, Bremsverhalten und Stabilität, gerade bei hohen Geschwindigkeiten oder Nässe.
Manche Fahrer gehen außerdem davon aus, dass die Prüfstelle bei leuchtender RDKS-Lampe einfach „ein Auge zudrückt“, solange das Auto sonst gut aussieht. Abhängig vom Fahrzeugalter und der rechtlichen Einordnung kann eine Fehlfunktion jedoch durchaus den Unterschied zwischen Plakette und Wiedervorführung ausmachen.
Ein weiterer Irrtum: Wer regelmäßig selbst den Reifendruck kontrolliert, glaubt mitunter, auf die Funktion des Systems verzichten zu können. Handmessungen sind sinnvoll und wichtig, ersetzen aber keinen kontinuierlichen elektronischen Wächter, der auch während der Fahrt auf plötzliche Druckverluste reagiert.
Wie du dich optimal auf die HU vorbereitest
Um beim Prüftermin auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, RDKS-Themen ein paar Tage vorher anzugehen. Einige einfache Schritte verschaffen dir Klarheit über den Zustand deines Systems.
Sinnvoll ist es, den Reifendruck sowohl kalt als auch nach einer kurzen Fahrt zu kontrollieren und an die Herstellerangaben anzupassen. Anschließend sollte das Reifendruckkontrollsystem entsprechend der Bedienungsanleitung initialisiert werden, vor allem nach Rad- oder Reifenwechseln.
Danach bietet sich eine kurze Probefahrt an, bei der du gezielt auf die Anzeigen im Kombiinstrument achtest. Bleibt die Kontrollleuchte aus und erscheinen keine Meldungen, stehen die Chancen gut, dass der Prüfer an dieser Stelle nichts zu bemängeln hat. Taucht eine Warnung doch wieder auf, bleibt noch Zeit, eine Werkstatt aufzusuchen, bevor der HU-Termin ansteht.
Indirekte Folgen eines defekten Reifendrucksystems
Ein Ausfall des Überwachungssystems hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die HU-Bewertung. Auch langfristig kann er Folgen für Reifen, Kosten und Sicherheit haben, wenn du dich allein auf dein Gefühl verlässt.
Ohne funktionierendes System bleiben schleichende Druckverluste längere Zeit unbemerkt, insbesondere an der Hinterachse. Die Reifen verschleißen schneller, vor allem an den Schultern, und die Gefahr von Überhitzung bei Autobahntempo steigt. Damit steigt auch das Risiko für Reifenplatzer unter ungünstigen Bedingungen.
Zusätzlich kann ein dauerhaft zu niedriger Druck den Verbrauch anheben und den CO₂-Ausstoß vergrößern. Auf den ersten Blick mag eine kleine gelbe oder orange Warnleuchte nebensächlich wirken, auf Dauer gehen jedoch finanzielle und sicherheitsrelevante Nachteile damit einher, wenn du sie ignorierst.
Häufige Fragen zur Reifendruckkontrolle und HU
Kann ich mit deaktivierter Reifendruckkontrolle zur Hauptuntersuchung fahren?
Mit deaktivierter Reifendrucküberwachung darfst du grundsätzlich zur Hauptuntersuchung fahren, es droht jedoch eine Einstufung als Mangel. Bei Fahrzeugen mit gesetzlich vorgeschriebenem System kann eine bewusste Deaktivierung als nicht zulässige Veränderung gewertet werden. Sinnvoll ist es, die Ursache zu beheben oder zumindest mit der Werkstatt zu klären, ob eine kurzfristige Reaktivierung möglich ist.
Was kostet die Reparatur der Reifendruckkontrolle ungefähr?
Die Kosten hängen stark davon ab, ob es sich um ein direktes oder indirektes System handelt und welche Teile betroffen sind. Für den Tausch einzelner Sensoren musst du meist mit einem zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobetrag pro Rad inklusive Programmierung rechnen, während eine reine Neucodierung oft deutlich günstiger bleibt. Lass dir am besten vorab einen Kostenvoranschlag geben, da die Stundensätze und Teilepreise je nach Hersteller variieren.
Wie erkenne ich, ob mein Auto ein direktes oder indirektes RDKS hat?
Ein direkter Sensor misst den Druck im Reifen, meist lässt sich dann im Bordmenü der Druck jedes einzelnen Reifens anzeigen. Beim indirekten System erscheint im Display häufig nur eine Warnung ohne einzelne Druckwerte, weil es über die ABS-Sensorik arbeitet. Zusätzlich hilft ein Blick in die Betriebsanleitung oder eine kurze Nachfrage beim Markenbetrieb, um Klarheit zu bekommen.
Muss ich nach dem Reifenwechsel die Reifendruckkontrolle immer neu anlernen?
Bei vielen Fahrzeugen ist nach einem Wechsel auf ein anderes Rad- oder Reifenset ein Anlern- oder Kalibrierungsvorgang nötig. Dieser wird je nach Modell über einen Menüpunkt im Bordcomputer, eine Taste im Innenraum oder automatisch nach einigen Kilometern Fahrt gestartet. Prüfe direkt nach dem Reifenwechsel das Handbuch, damit das System korrekt arbeitet und keine unnötigen Warnmeldungen erscheinen.
Was passiert, wenn ich mit leuchtender RDKS-Warnlampe weiterfahre?
Wenn die Warnlampe aktiv ist, kann ein tatsächlicher Druckverlust vorliegen, der sich schnell zu einem sicherheitskritischen Problem entwickeln kann. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass du dich an das Symbol gewöhnst und echte Warnungen später übersiehst. Prüfe daher immer zuerst den Luftdruck an allen Rädern und fahre nur weiter, wenn er in Ordnung ist oder bis zur nächsten Werkstatt.
Kann ich die Reifendrucksensoren beim Reifenwechsel einfach weiterverwenden?
Solange die Sensoren technisch in Ordnung sind, zur Felgengröße passen und ausreichend Batteriereserven haben, können sie meist problemlos weiter genutzt werden. Beim Umrüsten auf andere Felgen muss jedoch geprüft werden, ob die vorhandenen Sensoren kompatibel sind und richtig sitzen. Der Monteur sollte nach der Montage eine Funktionskontrolle durchführen und das System bei Bedarf neu programmieren.
Wie lange halten die Batterien in den Reifendrucksensoren?
Die Batterien in direkten Sensoren sind in der Regel für mehrere Jahre ausgelegt, häufig werden Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren erreicht. Ein plötzlich nicht mehr erkannter Sensor nach dieser Zeitspanne deutet oft auf eine erschöpfte Batterie hin, die sich in den meisten Fällen nur durch einen Sensortausch beheben lässt. Plane daher bei älteren Fahrzeugen oder bei häufigen Radwechseln ein mögliches Ersatzbudget ein.
Kann ich defekte RDKS-Sensoren selbst austauschen?
Mit passendem Werkzeug, Fachwissen und einem geeigneten Diagnosegerät ist ein Tausch in Eigenregie möglich, allerdings ist der Aufwand deutlich höher als bei vielen anderen Arbeiten am Auto. Die Reifen müssen abgezogen, die Sensoren montiert und anschließend angelernt werden, was ohne Erfahrung zu Beschädigungen oder Fehlfunktionen führen kann. Für die meisten Fahrer ist der Austausch in einer Fachwerkstatt die sicherere und oft auch schnellere Lösung.
Ist ein fehlender Reifendrucksensor ein erheblicher Mangel bei der HU?
Fehlt bei einem Fahrzeug mit vorgeschriebenem System mindestens ein Sensor und ist die Überwachung dadurch nicht mehr funktionsfähig, kann dies als erheblicher Mangel eingestuft werden. Der Prüfer bewertet dabei, ob die vorgeschriebene Sicherheitseinrichtung in ihrer Funktion beeinträchtigt ist. In solchen Fällen musst du die Mängel beseitigen lassen und die Untersuchung wiederholen.
Wie kann ich mich auf Probleme mit der Reifendruckkontrolle langfristig vorbereiten?
Regelmäßige Druckkontrollen an der Tankstelle, das Mitführen der Bedienungsanleitung und die Speicherung des Anlernprozesses im Handy helfen im Alltag enorm. Zusätzlich raten wir Ihnen vom Team fahrzeug-hilfe.de, beim nächsten Werkstattbesuch gezielt nach dem Zustand der Sensoren und möglichen Software-Updates zu fragen. So reduzierst du das Risiko von Ausfällen und überraschenden Warnmeldungen deutlich.
Fazit
Eine nicht funktionierende Reifendruckkontrolle ist sicherheitsrelevant und kann je nach Baujahr und Ausführung des Fahrzeugs bei der Hauptuntersuchung als Mangel eingestuft werden. Wer seine Reifen regelmäßig prüft, Sensoren rechtzeitig erneuern lässt und das Anlernverfahren kennt, vermeidet unnötige Probleme bei HU-Terminen. Kümmere dich bei Warnmeldungen zeitnah um die Ursache, damit sowohl Sicherheit als auch Prüfplakette nicht gefährdet werden.