Wenn der Reifendrucksensor Alarm schlägt, aber im Display das falsche Rad angezeigt wird, sorgt das schnell für Unsicherheit. Meist steckt kein Defekt am Reifen dahinter, sondern ein Problem mit der Zuordnung der Sensoren oder der Kalibrierung des Systems. In vielen Fällen lässt sich das mit ein paar gezielten Schritten wieder in den Griff bekommen.
Wichtig ist, dass du das Problem ernst nimmst: Selbst wenn nur die Position im Display nicht stimmt, kann tatsächlich ein Reifen zu wenig Druck haben. Ziel ist also immer zuerst, die reale Situation an den Rädern zu prüfen und danach die Ursache im System zu beheben.
Direkt prüfen: Ist wirklich nur die Anzeige falsch?
Bevor es an Steuergeräte, Sensor-IDs und Kalibrierung geht, muss klar sein, ob der Luftdruck wirklich stimmt. Denn ein Systemfehler und ein echter Druckverlust können gleichzeitig auftreten.
Gehe so vor:
Alle vier (ggf. fünf inklusive Reserverad) Reifen mit einem externen Luftdruckprüfer kontrollieren.
Reifendruck gemäß Angaben im Tankdeckel oder an der Türsäule einstellen.
Notieren, welcher Reifen abwich und wie das Borddisplay den Fehler gemeldet hat.
Wenn ein Reifen tatsächlich zu wenig Druck hatte, der Bordcomputer aber ein anderes Rad markiert, liegt ziemlich sicher ein Zuordnungsproblem zwischen Sensor und Steuergerät vor. Stimmt der Luftdruck überall, aber die Warnung bleibt oder zeigt ein wildes Hin und Her, kommen Übertragungsstörungen, defekte Sensoren oder eine falsche Initialisierung in Frage.
Indirektes vs. direktes Reifendruckkontrollsystem verstehen
Um das Verhalten besser einordnen zu können, hilft ein kurzer Blick auf die Technik. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Systemen, die sich im Auto unterschiedlich verhalten.
Indirektes RDKS (über ABS-Sensoren)
Bei indirekten Systemen werden keine eigenen Drucksensoren im Rad verbaut. Das Steuergerät nutzt die vorhandenen ABS-Drehzahlsensoren. Ein Reifen mit weniger Luft hat einen kleineren Abrollumfang und dreht sich minimal schneller. Aus dieser Differenz schließt das System auf einen möglichen Druckverlust.
Gerade bei Fahrzeugen mit indirektem System kommt es häufiger vor, dass die Anzeigeposition nicht exakt zu dem Rad passt, das tatsächlich abweicht. Das System arbeitet mit Plausibilitäten und Achsvergleichen, nicht mit direkten Messwerten je Rad.
Direktes RDKS (Sensor im Rad)
Bei direkten Systemen sitzt in jedem Rad (oft im Ventil integriert) ein batteriebetriebener Drucksensor, der per Funk Daten an ein Steuergerät sendet. Dort sind pro Sensor eine eindeutige ID und meist auch die Radposition hinterlegt.
Wird nach einem Reifenwechsel oder Tauschen der Räder die Position nicht neu angelernt, kann das System einen falschen Ort im Display anzeigen, obwohl die Messergebnisse technisch korrekt sind. Gerade hier spielt das Zuordnen der IDs zu den Radpositionen eine entscheidende Rolle.
Häufige Ursachen, wenn das falsche Rad angezeigt wird
Dass das System ein anderes Rad warnt als das, das tatsächlich betroffen ist, hat meist nachvollziehbare Gründe. Oft hängt es mit Arbeiten an den Rädern oder dem Fahrzeug zusammen.
Räder wurden getauscht, aber das System nicht neu angelernt
Nach einem saisonalen Radwechsel (Sommer/Winter) oder wenn die Räder achsweise getauscht werden, ändert sich die Position der Sensoren am Fahrzeug. Das Steuergerät „denkt“ aber, die alte Zuordnung sei noch korrekt.
Typische Situation: Es wird vorne rechts Luft aufgefüllt, weil im Display dieser Platz markiert ist. Tatsächlich sitzt der Sensor mit dem Problem aber inzwischen hinten rechts, da die Räder vertauscht wurden. Die Warnung ist technisch korrekt, nur die Lage im Display stimmt nicht mehr.
Fehlende oder fehlerhafte Initialisierung nach dem Luftdruck-Einstellen
Viele Fahrzeuge verlangen nach einer Änderung des Reifendrucks und teilweise auch nach einem Reifenwechsel eine erneute Initialisierung oder Kalibrierung des RDKS. Erfolgt diese nicht, vergleicht das System weiter mit alten Referenzwerten und interpretiert Abweichungen falsch.
Das äußert sich zum Beispiel darin, dass nach dem Auffüllen aller Reifen weiterhin eine Warnung erscheint oder plötzlich ein anderes Rad als „Fehlerkandidat“ markiert wird.
Sensoren wurden getauscht oder neu montiert
Werden Sensoren ersetzt (zum Beispiel nach einem Defekt oder bei neuen Felgen), müssen die IDs im Steuergerät bekannt sein. Je nach Fahrzeug erfolgt das automatisch durch Lernfahrten oder händisch per Diagnosegerät.
Falls dabei eine falsche Position eingetragen oder ein Sensor nicht korrekt erkannt wurde, kann die Anzeige in der Instrumententafel abweichen, obwohl die einzelne Messung des Sensors korrekt ist.
Universalsensoren und Klon-Probleme
Gerade bei Zubehör-Rädern werden häufig programmierbare Universalsensoren verwendet. Diese können auf verschiedene Fahrzeugmodelle eingestellt oder sogar Sensor-IDs „klonen“.
Werden dabei IDs doppelt vergeben, vertauscht oder nicht exakt passend angelernt, weiß das Steuergerät nicht mehr eindeutig, welcher Sensor zu welchem Rad gehört. Ergebnis: Meldung an einer anderen Position als der, an der der Luftdruck tatsächlich abweicht.
Schwache Batterien in den Sensoren
Die Batterien in direkten Reifendrucksensoren halten typischerweise mehrere Jahre, irgendwann lassen sie jedoch nach. Bei Grenzzustand kann ein Sensor nur noch sporadisch Daten senden oder kurzzeitig ausfallen.
Kommt und geht das Signal, versucht das Steuergerät, die fehlenden Informationen zu interpretieren, was bei einigen Systemen zu seltsamen Effekten in der Radzuordnung führen kann. Einzelne Fahrzeuge zeigen dann scheinbar wechselnde Positionen oder kurzfristige Warnungen an.
Interferenzen und Funkstörungen
Die Sensoren senden im Funkbereich, und auch andere Systeme im Fahrzeug nutzen ähnliche Frequenzen. In seltenen Fällen können Störungen auftreten, etwa durch Zusatzsteuergeräte, Nachrüstsysteme oder starke äußere Funkquellen.
Solche Störungen führen meist nicht dauerhaft zu einer falschen Radanzeige, können aber zu kurzfristig unrealistischen Meldungen oder einem fehlerhaften Anlernen beitragen.
Schrittfolge: So gehst du bei falscher Radmeldung systematisch vor
Um nicht im Kreis zu arbeiten, hilft eine klare Reihenfolge. Damit prüfst du zuerst die Sicherheit und anschließend die Zuordnung im System.
Reifendruck an allen Rädern extern messen und auf Sollwerte bringen.
Mit dem aktuellen Fahrzeugmenü vertraut machen: Wo wird das RDKS zurückgesetzt oder initialisiert?
System gemäß Bedienungsanleitung neu starten oder initialisieren (meist im Menü „Reifen“, „RDKS“, „TPMS“ oder ähnlich).
Eine Strecke fahren (oft 10–20 Minuten mit wechselnden Geschwindigkeiten), damit sich die Sensoren einlernen können.
Anzeige erneut prüfen: Werden alle vier Reifen plausibel angezeigt und bleiben ohne Warnung?
Wenn weiterhin die falsche Position gemeldet wird: Prüfen, ob kürzlich Räder getauscht oder Sensoren erneuert wurden, und diese Information festhalten.
Mit diesen Informationen eine Werkstatt oder den Reifenservice aufsuchen, damit dort per Diagnosegerät die Sensor-IDs und Positionen geprüft und korrekt zugewiesen werden.
Wenn du diese Abfolge einhältst, vermeidest du unnötige Werkstattfahrten und stellst gleichzeitig sicher, dass du nicht mit zu geringem Reifendruck unterwegs bist.
Typische Alltagssituationen rund um falsche RDKS-Meldungen
Nach dem Winterreifenwechsel stimmt nichts mehr
Ein klassischer Fall: Du lässt im Herbst oder Frühjahr die Räder wechseln, die Werkstatt montiert komplette Radsätze mit eigenen Sensoren. Auf der Heimfahrt leuchtet die Warnlampe, im Display steht ein Fehler an einem bestimmten Rad, gemessen hat die Werkstatt aber einen anderen.
Oft hat das System die neuen Sensoren noch nicht richtig angelernt oder die Positionen wurden bei der Montage nicht mit dem Steuergerät abgeglichen. In der Regel kann die Werkstatt mit einem RDKS-Diagnosegerät prüfen, welche Sensoren gesendet haben, welche IDs hinterlegt sind und wie sie aktuell zugeordnet sind. Eine kurze Lernfahrt oder ein erneutes Anlernen löst das Problem oft dauerhaft.
Räder wurden achsweise getauscht, um Verschleiß auszugleichen
Viele Fahrer lassen regelmäßig die Räder zwischen Vorder- und Hinterachse tauschen, damit sich das Profil gleichmäßiger abnutzt. Technisch ist das sinnvoll, kann aber bei einem direkt messenden System zu Verwirrung führen, wenn keine Neuinitialisierung erfolgt.
Das Steuergerät „erwartet“ den Sensor mit einer bestimmten ID an einer festen Position. Nach dem Tausch sitzt die ID nun an einem anderen Platz. Das System meldet weiter die „alte“ Position, obwohl sich der tatsächliche Druckfehler an der neuen Position befindet.
Nur ein Sensor wurde gewechselt
Bei einem defekten Sensor (zum Beispiel durch beschädigtes Ventil oder Batterie am Ende) wird häufig nur dieser eine Sensor erneuert. Der neue Sensor erhält eine neue ID und muss dem Steuergerät bekannt gemacht werden.
Kommt es dabei zu einem Zahlendreher, wird die ID doppelt vergeben oder an der falschen Position hinterlegt, stimmt die Zuordnung nicht mehr. Die Folge ist eine Warnung an der „falschen“ Stelle, obwohl der betroffene Reifen richtig erkannt wurde.
Wie Werkstatt und Diagnosegerät bei der Fehlersuche helfen
Viele Ursachen rund um falsche Radmeldungen lassen sich mit einem professionellen Diagnosegerät schneller und gezielter eingrenzen. Moderne Tester können nicht nur Steuergeräte auslesen, sondern auch direkt mit den Sensoren „sprechen“.
Typische Schritte in der Werkstatt:
Auslesen der im Steuergerät hinterlegten Sensor-IDs und Positionen.
Aktives „Aufwecken“ der Sensoren am Rad mit einem RDKS-Handgerät, um ihre ID, ihren Druck und die Temperatur auszulesen.
Abgleich, welcher Sensor physisch an welcher Radposition sitzt und wie er im Steuergerät eingetragen ist.
Gegebenenfalls Löschen veralteter IDs, neues Anlernen oder Umsetzen der Zuordnung auf die richtigen Positionen.
Gerade bei Fahrzeugen mit komplexeren Systemen, bei universellen Zubehörsensoren oder nach Felgenumbauten ist dieser Abgleich fast unumgänglich, um die Anzeige wieder zuverlässig zu machen.
Besonderheiten bei indirekten Systemen
Indirekte Reifendruckkontrollsysteme haben eine andere Fehlerlogik als direkte. Sie „sehen“ keinen absolut gemessenen Druck, sondern nur Veränderungen im Abrollverhalten.
Daraus ergeben sich einige typische Effekte:
Wird der Druck an allen vier Rädern gleichmäßig verändert (zum Beispiel alle etwas zu niedrig), kann das System keinen klaren Unterschied erkennen und meldet eventuell gar nichts.
Ändert sich das Fahrverhalten, etwa durch Beladung oder Anhängerbetrieb, können die Auswertungen ungenauer werden.
Bei leicht unterschiedlichen Profiltiefen, Mischbereifung oder sehr weichen Reifen werden einige Systeme in der Zuordnung unsicher.
Bei vielen Modellen meldet das indirekte System daher gar keine Position, sondern nur „Druckverlust erkannt“. Wenn dennoch ein bestimmtes Rad angezeigt wird und dieses nicht stimmt, liegt das oft an einer etwas schlicht gehaltenen Anzeige-Logik, nicht an einer exakt positionsgenauen Messung.
Selbst testen, ob die Radzuordnung stimmt
Wer sicher sein möchte, ob das System die richtigen Räder anzeigt, kann einen einfachen Test machen, ohne irgendetwas zu beschädigen. Wichtig ist dabei, die Sicherheit im Blick zu behalten.
Möglich ist zum Beispiel:
Den Druck an einem Rad in einem ungefährlichen Rahmen etwas absenken (zum Beispiel 0,3–0,5 bar unter Sollwert) und prüfen, welches Rad das System meldet. Danach den Druck sofort wieder korrekt einstellen.
Alternativ: Nach einer Neuinitialisierung beobachten, ob bei normalen Druckschwankungen (zum Beispiel kalter Morgen vs. warme Fahrt) die Anzeige an das erwartete Rad „andockt“.
Solche Tests sollten immer auf einer sicheren Fläche, nicht im fließenden Verkehr und mit moderaten Druckänderungen erfolgen. Der Luftdruck darf in keinem Fall so weit abgesenkt werden, dass die Fahrsicherheit beeinträchtigt wird.
Fehler, die häufig gemacht werden
Rund um Reifendrucksensoren tauchen immer wieder ähnliche Missverständnisse auf, die die Fehlersuche unnötig kompliziert machen. Ein paar typische Stolperfallen lassen sich leicht vermeiden.
Nur das angezeigte Rad prüfen
Viele Fahrer kontrollieren nur den Reifen, der im Display als „fehlerhaft“ markiert ist. Wenn die Anzeige aber nicht mehr der Realität entspricht, bleibt der tatsächliche Problemreifen unentdeckt.
Abhilfe schafft die Kontrolle aller Reifen mit einem externen Messgerät. So lassen sich sowohl echte Druckprobleme als auch Zuordnungsfehler aufdecken.
Nach jeder Änderung am Reifen den Reset vergessen
Wird am Reifendruck etwas verändert oder werden Räder gewechselt, verlangen zahlreiche Systeme eine erneute Bestätigung oder Kalibrierung über das Menü. Diese Bestätigung gilt als Hinweis für das Steuergerät, dass der neue Zustand „normal“ ist.
Wer diesen Schritt auslässt, bringt das System in eine Art Zwischenzustand, in dem es auf Basis alter Werte versucht, das neue Verhalten zu deuten. Die Folge sind Warnungen an falschen Positionen oder scheinbar grundlose Meldungen.
Sensorprobleme mit generellen Elektrikfehlern verwechseln
Leuchten mehrere Kontrolllampen oder tritt zusätzlich ein ABS- oder ESP-Fehler auf, wird schnell angenommen, dass ein großes Elektrikproblem vorliegt. In manchen Fällen ist aber nur ein einzelner Sensor ausgefallen, während andere Systeme vorsorglich mitwarnen.
Ein strukturierter Blick auf die Fehlerspeichereinträge hilft, hier nicht in pauschale Vermutungen abzurutschen. Werkstätten können den Speicher gezielt auslesen und sehen, welche Baugruppe tatsächlich betroffen ist.
Wann du unbedingt in die Werkstatt solltest
Auch wenn sich einige Ursachen mit etwas Technikgefühl eingrenzen lassen, gibt es Situationen, in denen der Weg zur Fachwerkstatt sinnvoll ist. Unser Team von fahrzeug-hilfe.de meint, dass die Sicherheit hier immer Vorrang haben sollte.
Ein Besuch ist empfehlenswert, wenn:
die Warnlampe dauerhaft leuchtet und sich trotz korrektem Druck und Initialisierung nicht zurücksetzen lässt,
das System ständig wechselnde Räder als fehlerhaft meldet,
du nach einem Rad- oder Sensorwechsel gar keine Anzeige mehr bekommst oder nur noch Striche siehst,
du keinen Zugang zu den RDKS-Einstellungen hast oder nicht sicher bist, ob dein Fahrzeug ein direktes oder indirektes System verwendet.
In der Werkstatt können meist innerhalb kurzer Zeit die Sensor-IDs geprüft, die Radpositionen abgeglichen und Testfahrten mit Diagnoseunterstützung durchgeführt werden. So wird aus einer diffusen Fehlermeldung wieder ein verlässliches Sicherheitssystem.
Tipps, um RDKS-Probleme von vornherein zu vermeiden
Mit ein paar Gewohnheiten und Hinweisen bei Reifen- und Werkstattbesuchen lässt sich die Wahrscheinlichkeit von falschen Radmeldungen deutlich senken.
Beim Reifenwechsel ausdrücklich darauf hinweisen, dass ein RDKS vorhanden ist und die Sensoren korrekt angelernt werden sollen.
Nach der Montage einmal zusammen mit dem Monteur die Anzeige im Fahrzeug durchgehen, bevor du den Hof verlässt.
Die Bedienungsanleitung auf den Abschnitt zur Reifendrucküberwachung hin prüfen und lernen, wo sich die Initialisierung im Menü befindet.
Regelmäßig, zum Beispiel einmal im Monat, den Luftdruck mit einem separaten Manometer kontrollieren, unabhängig von der Anzeige im Fahrzeug.
Bei spürbaren Veränderungen im Fahrverhalten (schwammige Lenkung, längerer Bremsweg) immer auch an zu wenig Luft in den Reifen denken – selbst wenn die Anzeige nichts meldet.
Wer sein RDKS als Hilfe, nicht als alleinige Wahrheit versteht, bleibt auf der sicheren Seite. Die Elektronik unterstützt, ersetzt aber keine gelegentliche Sicht- und Druckkontrolle.
Unterschiede zwischen Fahrzeugmodellen
Je nach Hersteller und Modelljahr arbeitet die Reifendrucküberwachung etwas anders. Auch der Weg durch die Menüs und die Art der Darstellung im Display können sich deutlich unterscheiden.
Bei manchen Fahrzeugen wird nur eine allgemeine Warnung angezeigt, bei anderen sieht man in einer Grafik alle vier Räder mit individuellen Werten. Einige Fahrzeuge können sogar speicherbare Radsätze (Sommer/Winter) verwalten und merken sich, welcher Satz gerade montiert ist.
Gerade bei Fahrzeugen mit mehreren Radsatz-Speichern ist es wichtig, im Menü den richtigen Satz auszuwählen. Sonst erwartet das System Sensor-IDs, die aktuell gar nicht montiert sind, und meldet entsprechend durcheinander.
Nachrüstung und Zubehör: besondere Fehlerquellen
Wurde das RDKS nachträglich verbaut oder stammt es aus dem Zubehör, sind zusätzliche Besonderheiten zu beachten. Nicht jedes Nachrüstsystem arbeitet genauso wie die werksseitige Lösung.
Einige Beispiele für mögliche Probleme:
Displayeinheiten, die nur Achsen, aber keine einzelnen Räder darstellen können.
Sensoren, die nicht perfekt zur Funkempfindlichkeit des Fahrzeugs passen und daher nur gelegentlich senden.
Systeme, bei denen eine manuelle Zuordnung mit Tasten oder Schaltern erforderlich ist, die nach einem Reifenwechsel nicht angepasst wird.
Bei Nachrüstsystemen lohnt sich ein Blick in die zugehörige Anleitung oder ein Gespräch mit dem Einbauer, um zu verstehen, wie die Zuordnung der Räder funktioniert und wie man sie bei Bedarf korrigiert.
Warum die korrekte Anzeige mehr als Komfort ist
Eine genaue Anzeige, welches Rad betroffen ist, wirkt im ersten Moment wie eine Komfortfunktion. In der Praxis spielt sie aber auch für Sicherheit und Kosten eine Rolle.
Wer aufgrund einer falschen Anzeige das „falsche“ Rad prüft und nachfüllt, verliert Zeit und lässt den wirklich betroffenen Reifen womöglich weiter mit zu niedrigem Druck laufen. Das erhöht den Verschleiß, verschlechtert das Fahrverhalten und kann im Extremfall die Reifenstruktur schädigen.
Gleichzeitig werden durch unnötige Zusatzfahrten zur Tankstelle oder Werkstatt Zeit und Geld investiert, nur weil die Systemzuordnung nicht mehr passt. Eine einmal sauber durchgeführte Initialisierung und Zuordnung spart hier auf Dauer Nerven und Ressourcen.
Häufige Fragen zum Reifendruckkontrollsystem
Wie erkenne ich, ob mein Auto ein direktes oder indirektes RDKS hat?
Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt in der Regel klar an, ob direkt gemessen wird oder ob das System über die ABS-Sensoren arbeitet. Alternativ kann eine Werkstatt mit Diagnosegerät auslesen, ob einzelne Sensor-IDs hinterlegt sind, was für ein direktes System spricht.
Kann ich mit falsch zugeordneten Rädern weiterfahren?
Das Fahrzeug bleibt technisch fahrbereit, jedoch verlierst du einen wichtigen Sicherheitsvorteil, weil der tatsächliche betroffene Reifen nicht eindeutig angezeigt wird. Sinnvoll ist es, die Ursache zeitnah zu beheben, damit du im Ernstfall sofort am richtigen Rad nachsehen kannst.
Wie oft muss ich das RDKS nach einem Reifenwechsel neu anlernen?
Bei vielen Fahrzeugen ist nach jedem Wechsel von Sommer- auf Winterräder und umgekehrt eine neue Initialisierung nötig. Einige modernere Systeme erkennen Sensoren automatisch, trotzdem lohnt sich ein Kontrollblick in die Anleitung, damit die Zuordnung der Räder stimmt.
Was kostet das Anlernen der Reifendrucksensoren in der Werkstatt?
Die Kosten hängen stark von Fahrzeugmodell, Werkstatt und benötigter Arbeitszeit ab, meist liegt der Betrag im unteren zweistelligen Bereich. Teurer wird es, wenn defekte Sensoren ersetzt oder zusätzlich Ventile und Dichtungen erneuert werden müssen.
Kann ich Universal-Reifendrucksensoren bedenkenlos verwenden?
Universal-Sensoren funktionieren, wenn sie mit einem geeigneten Programmiergerät korrekt auf dein Fahrzeug codiert werden. Probleme entstehen häufig, wenn alte IDs geklont oder falsche Protokolle gewählt werden, was zu Anzeigen am falschen Rad oder zu sporadischen Warnungen führt.
Wie gehe ich vor, wenn nach dem Reifenwechsel die Warnlampe dauerhaft leuchtet?
Kontrolliere zuerst den tatsächlichen Luftdruck an allen vier Rädern und stelle ihn auf die vom Hersteller vorgegebene Vorgabe ein. Anschließend führst du die im Bordmenü beschriebene Initialisierung oder Kalibrierung durch und beobachtest, ob die Warnung nach kurzer Fahrstrecke verschwindet.
Kann ein schwacher Sensorakku zu falschen Radanzeigen führen?
Bei nachlassender Batterie können Sensoren unregelmäßig funken oder komplett ausfallen, wodurch das Steuergerät falsche oder unvollständige Informationen bekommt. Die Folge sind Fehlzuordnungen oder Warnungen ohne erkennbaren Grund, sodass sich in diesen Fällen der Austausch des betroffenen Sensors anbietet.
Beeinflussen Zubehör-Felgen das Reifendruckkontrollsystem?
Viele Zubehör-Felgen sind für die Aufnahme von Sensoren vorbereitet, doch nicht jedes RDKS-Ventil passt in jede Felgenbohrung. Achte deshalb darauf, dass Felgen und Sensoren freigegeben sind und die Werkstatt die Dichtflächen sauber montiert, damit keine Lecks oder Montageschäden entstehen.
Wie kann ich zu Hause prüfen, ob die angezeigte Radposition stimmt?
Eine einfache Methode besteht darin, nacheinander jeweils an einem Rad den Luftdruck deutlich zu verändern und dabei zu beobachten, welches Rad im Borddisplay reagiert. So erkennst du, ob die Anzeige zur tatsächlichen Einbaulage passt, ohne dass du Spezialwerkzeuge benötigst.
Wann sollte ich mit Problemen am RDKS sofort in die Werkstatt fahren?
Eine direkte Fahrt zur Werkstatt ist ratsam, wenn die Warnleuchte zusammen mit auffälligem Fahrverhalten wie Ziehen zur Seite, schwammiger Lenkung oder ungewöhnlichen Geräuschen auftritt. In solchen Fällen besteht die Gefahr eines stärkeren Luftverlustes, sodass eine fachgerechte Kontrolle schnell erfolgen sollte.
Kann ich das RDKS einfach dauerhaft deaktivieren lassen?
In den meisten Ländern ist das Abschalten des RDKS rechtlich problematisch, weil es als sicherheitsrelevante Einrichtung gilt und für die Hauptuntersuchung vorgeschrieben sein kann. Stattdessen raten wir von fahrzeug-hilfe.de dazu, die Ursache für Störungen zu beheben und das System funktionsfähig zu halten.
Fazit
Eine falsche Zuordnung der Räder im Reifendruckkontrollsystem entsteht häufig nach Radwechseln, Sensorarbeiten oder durch Probleme bei der Funkkommunikation. Mit systematischem Vorgehen, etwas Zeit und gegebenenfalls Unterstützung durch eine Werkstatt lässt sich die Ursache in den meisten Fällen zuverlässig beseitigen. Achte darauf, nach jeder Änderung am Reifen oder Rad die vom Hersteller vorgesehene Initialisierung durchzuführen, damit Warnmeldungen im Ernstfall am richtigen Rad erscheinen. So bleibt der Sicherheitsgewinn des RDKS vollständig erhalten.