Ein online abgeschlossenes Auto-Abo lässt sich über die neue Widerrufsfunktion in der Regel in wenigen Schritten widerrufen, sofern für den Vertrag ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Suche im Onlinebereich des Anbieters nach einer eindeutig bezeichneten Widerrufsschaltfläche, trage die verlangten Vertragsdaten ein und bestätige die Erklärung auf der nachfolgenden Seite. Sichere anschließend die elektronische Eingangsbestätigung. Ob der Widerruf das Abo tatsächlich beendet und welche Kosten bei einem bereits genutzten Fahrzeug entstehen, hängt jedoch vom Vertrag, vom Beginn der Leistung und von einer möglichen gesetzlichen Ausnahme ab.
Der Button übermittelt den Widerruf, schafft aber kein neues Widerrufsrecht
Die elektronische Widerrufsfunktion ist ein zusätzlicher Übermittlungsweg. Sie ersetzt weder die Prüfung der Widerrufsfrist noch beseitigt sie gesetzliche Ausnahmen. Maßgeblich bleiben die Widerrufsbelehrung, der Zeitpunkt des Vertragsschlusses und die Art des Auto-Abos.
Bei vielen online geschlossenen Verbraucherverträgen gilt grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Bei einem Fahrzeugvertrag muss aber genauer hingesehen werden: Das Gesetz kennt unter anderem Ausnahmen für Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermietung von Kraftfahrzeugen, wenn ein spezifischer Termin oder Zeitraum vorgesehen ist. Ob ein bestimmtes Auto-Abo unter diese Ausnahme fällt, lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung Auto-Abo ableiten. Vertragslaufzeit, Leistungsmodell und fest vereinbarter Nutzungszeitraum können für die rechtliche Einordnung relevant sein.
Prüfe in den Vertragsunterlagen daher die Abschnitte mit den Bezeichnungen Widerrufsbelehrung, Widerrufsrecht, Vertragslaufzeit und Fahrzeugüberlassung. Enthält der Vertrag eine Belehrung über ein bestehendes Widerrufsrecht, ist sie der erste praktische Anhaltspunkt. Fehlt eine solche Belehrung oder beruft sich der Anbieter auf eine Ausnahme, kann bei einem streitigen oder finanziell bedeutsamen Fall eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein.
So wird die elektronische Widerrufsfunktion genutzt
Die Funktion soll ohne unnötige Hürden erreichbar sein. Ein Kundenkonto kann beim Auffinden helfen, darf aber nicht dazu führen, dass ein rechtzeitig erklärter Widerruf an vermeidbaren technischen Hindernissen scheitert. Der Ablauf besteht typischerweise aus zwei Stufen: Zuerst wird die Widerrufsseite geöffnet und ausgefüllt, danach wird die Erklärung über eine gesonderte Bestätigungsschaltfläche abgesendet.
- Öffne die Website oder den vertraglich vorgesehenen Onlinebereich des Auto-Abo-Anbieters und suche nach einer Schaltfläche wie Vertrag widerrufen oder einer gleichwertigen eindeutigen Bezeichnung.
- Wähle den betroffenen Vertrag aus oder gib die zur Zuordnung erforderlichen Daten ein. Dazu können Name, Vertragsnummer, E-Mail-Adresse und Angaben zum Auto-Abo gehören.
- Kontrolliere, ob tatsächlich ein Widerruf und nicht eine Kündigung ausgewählt ist. Eine Kündigung beendet das Abo regelmäßig nur nach den vereinbarten Kündigungsregeln, während ein wirksamer Widerruf auf die Rückabwicklung des Vertragsschlusses gerichtet ist.
- Bestätige auf der nächsten Seite ausdrücklich, dass du den Vertrag widerrufen möchtest. Erst dieser abschließende Schritt übermittelt die Erklärung.
- Speichere die angezeigte Bestätigung und die anschließend versandte elektronische Eingangsbestätigung. Notiere außerdem Datum und Uhrzeit und fertige bei Bedarf Bildschirmfotos des vollständigen Vorgangs an.
Für die Frist ist nicht entscheidend, wann der Anbieter den Vorgang intern bearbeitet. Wichtig ist, dass die Widerrufserklärung rechtzeitig übermittelt wurde. Die Eingangsbestätigung ist deshalb ein wichtiger Nachweis, aber nicht mit der rechtlichen Anerkennung des Widerrufs gleichzusetzen.
Bei Fehlermeldung oder fehlender Bestätigung nicht abwarten
Bleibt die Schaltfläche ohne Reaktion, erscheint eine Fehlermeldung oder kommt keine Bestätigung an, sollte der Widerruf noch innerhalb der laufenden Frist über einen nachweisbaren Ersatzweg erklärt werden. Nutze dafür die in der Widerrufsbelehrung genannte E-Mail-Adresse oder einen anderen dort vorgesehenen Kontaktweg. Ein defekter Button sollte nicht der einzige Versuch bleiben.
Bewahre die gesendete Nachricht, technische Fehlermeldungen und Bildschirmfotos gemeinsam auf. Bei einer sehr knapp ablaufenden Frist ist es sinnvoll, mehr als einen vertraglich geeigneten Übermittlungsweg zu nutzen, statt ausschließlich auf eine spätere Antwort des Kundendienstes zu warten.
Was mit Fahrzeug, Zahlungen und gebuchten Leistungen geschieht
Ein wirksamer Widerruf führt nicht dazu, dass ein bereits übernommenes Auto ohne Abstimmung irgendwo abgestellt werden darf. Der Anbieter muss den Rückgabeweg mitteilen, und du bleibst bis zur ordnungsgemäßen Übergabe für einen sicheren Umgang mit dem Fahrzeug verantwortlich. Versicherungsschutz, Zulassung und Nutzungsberechtigung dürfen nicht anhand einer Vermutung beurteilt werden.
Die Folgen unterscheiden sich nach dem Stand des Abos:
- Fahrzeug noch nicht übergeben: Bitte den Anbieter, Auslieferung, Zulassung und weitere Bereitstellungsschritte zu stoppen. Eine bloße Nichtabholung ersetzt den Widerruf nicht.
- Übergabetermin steht unmittelbar bevor: Erkläre den Widerruf und frage schriftlich, ob der Termin entfällt. Sage ihn nicht nur telefonisch ab, wenn die Widerrufsfrist nachgewiesen werden muss.
- Fahrzeug bereits übernommen: Verlange Rückgabeort, Termin, Schlüsselumfang und Protokollvorgaben. Nutze das Auto bis zur Klärung nur, wenn der Anbieter die weitere Nutzung ausdrücklich zulässt und der Versicherungsschutz besteht.
- Leistung auf deinen Wunsch schon begonnen: Für bereits erbrachte Leistungen kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen Wertersatz in Betracht kommen. Ob dazu Bereitstellung, Nutzungstage oder gefahrene Kilometer zählen, hängt von Vertragsgestaltung, Belehrung und tatsächlich erbrachter Leistung ab.
- Zubehör oder Ladekarte erhalten: Kläre, welche Gegenstände zusammen mit dem Fahrzeug zurückzugeben sind. Dokumentiere deren Zustand und Übergabe.
Der Anbieter sollte geleistete Zahlungen nach den für den wirksamen Widerruf geltenden Regeln zurückabwickeln. Eine Lastschrift vorschnell zurückzubuchen, ohne offene Nutzungs-, Rückgabe- oder Nebenfragen zu klären, kann zusätzliche Auseinandersetzungen verursachen. Besser ist eine nachvollziehbare Abrechnung, in der Erstattung und mögliche Gegenforderungen getrennt ausgewiesen werden.
Widerruf, Kündigung und Fahrzeugabmeldung sind verschiedene Vorgänge
Der Widerruf richtet sich gegen den online geschlossenen Vertrag. Die Kündigung beendet dagegen ein laufendes Auto-Abo nach den vereinbarten oder gesetzlichen Kündigungsbedingungen. Eine behördliche Abmeldung betrifft lediglich die Zulassung des Fahrzeugs und ersetzt weder Widerruf noch Kündigung.
Diese Unterscheidung ist bei einem Auto-Abo besonders wichtig, weil das Fahrzeug häufig auf den Anbieter oder einen Dienstleister zugelassen ist. Nimm keine eigenständige Abmeldung vor, wenn der Vertrag dir diese Aufgabe nicht eindeutig zuweist. Nach dem Widerruf sollte der Anbieter erklären, wer Rücktransport, Rücknahme, Zulassungsfragen und die Beendigung fahrzeugbezogener Leistungen organisiert.
Die sinnvolle Reihenfolge bei einem laufenden Auto-Abo
Prüfe zuerst, ob die Widerrufsbelehrung für deinen Vertrag ein Widerrufsrecht ausweist und ob die dort genannte Frist noch läuft. Nutze danach unverzüglich die elektronische Widerrufsfunktion und sichere den Nachweis. Scheitert der Vorgang, übermittle die Erklärung ohne Verzögerung über den in den Vertragsunterlagen genannten Ersatzweg.
Wurde das Fahrzeug bereits bereitgestellt oder übergeben, folgt als eigener Schritt die schriftliche Abstimmung der Rückgabe. Fahre nicht einfach weiter, bis der Anbieter irgendwann reagiert, und stelle das Auto nicht ohne bestätigten Übergabeort ab. Bei Streit über die Einordnung als Fahrzeugvermietung, über Wertersatz oder über hohe Rückabwicklungskosten sollte der Vertrag einschließlich Widerrufsbelehrung, Bestellübersicht und Übergabeprotokoll fachkundig geprüft werden.